Devisen: Euro stabil über 1,13 US-Dollar – EUR/CHF knapp über 1,04

Devisen
(Foto: Pixabay)

Frankfurt – Der Euro hat sich am Mittwoch nach deutlichen Verlusten am Vortag über der Marke von 1,13 US-Dollar stabilisiert. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1345 Dollar und damit etwas mehr als am Morgen.

Am Dienstag war der Euro zum Dollar kräftig unter Druck geraten. Auslöser waren Bemerkungen von US-Notenbankchef Jerome Powell, die eine raschere geldpolitische Straffung nahelegen als bisher erwartet. Für Überraschung hatte auch gesorgt, dass Powell etwas von seiner bisherigen Haltung abrückte, die hohe Inflation als von Corona-Effekten getriebene, temporäre Entwicklung zu bezeichnen. Einige Analysten fragen sich deshalb, wie die EZB reagieren wird, die sich bisher ähnlich zu der ebenfalls hohen Teuerung im Währungsraum äusserte.

Auch gegenüber dem Franken hat der Euro seine Talfahrt nach einer leichten Erholung am frühen Morgen wieder fortgesetzt. «Die Realzinsen in Deutschland liegen bei -5,5 Prozent, dagegen sind die -1,75 Prozent in der Schweiz geradezu attraktiv. Die Folge: Der Euro verliert gegenüber dem Franken weiter an Boden», kommentierte ein Experte. Zuletzt notierte das EUR/CHF-Paar bei 1,0420 nach 1,0432 am Morgen. Am Vortag hatte es zwischenzeitlich sogar die Marke von 1,04 unterschritten. Auch der Dollar hat sich zum Franken wieder etwas abgeschwächt, er kostete zuletzt 0,9190 Franken.

Etwas Entspannung verschaffte die türkische Notenbank der im Abwärtsstrudel befindlichen Landeswährung Lira. Erstmals seit längerer Zeit intervenierte die Zentralbank direkt am Devisenmarkt. Ein Grossteil des Effekts verpuffte allerdings. Währungsexperten sind skeptisch und verweisen auf die geringen Devisenreserven der Notenbank, die anhaltende Interventionen unwahrscheinlich erscheinen lassen. Hintergrund des Eingriffs ist die extreme Lira-Schwäche, die eine Folge der lockeren Ausrichtung der Notenbank ist. Kritiker sprechen von politischer Beeinflussung seitens Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85000 (0,85173) britische Pfund und 128,27 (128,20) japanische Yen fest.

Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1789 Dollar gehandelt. Das waren 18 Dollar mehr als am Vortag. (awp/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.