Devisen: Euro schwächelt nach Rally – US-Jobdaten deutlich besser als gedacht

Devisen: Euro schwächelt nach Rally – US-Jobdaten deutlich besser als gedacht
(Bild: © Eyetronic / AdobeStock)

Frankfurt am Main – Deutlich besser als erwartet ausgefallene Arbeitsmarktdaten aus den USA haben der jüngsten Kursrally des Euro einen Dämpfer verpasst. Die Gemeinschaftswährung fiel am Freitag zwischenzeitlich wieder unter die am Vortag überwundene Marke von 1,13 US-Dollar und notierte zuletzt bei 1,1311 Dollar.

Mit 1,1384 Dollar hatte der Euro im frühen Handel zeitweise den höchsten Stand seit März erreicht. Doch schon am Vormittag setzen Gewinnmitnahmen ein, die sich nach Bekanntgabe der US-Jobdaten beschleunigten.

Gegenüber dem Franken hingegen zog der Euro im Anschluss an die US-Jobdaten kräftig an. Am frühen Abend notiert er bei 1,0888, nachdem er am Mittag noch bei 1,0853 gestanden hatte. Auch der Dollar zeigte zum Franken Stärke und kletterte wieder über die Marke von 96 Rappen. Derzeit wird der Dollar zu 0,9619 gehandelt, nach 0,9583 um die Mittagszeit.

Die Entwicklung des Arbeitsmarkts in den USA im Mai überrascht extrem positiv. Trotz Corona-Krise und entgegen den Markterwartungen fiel die Arbeitslosigkeit in der grössten Volkswirtschaft der Welt. Zudem bauten die Unternehmen wieder Beschäftigung auf, nachdem sie im Vormonat massiv Stellen gestrichen hatten.

„Die Nachrichten sind erneut historisch bemerkenswert – weil völlig unerwartet“, schrieb Analyst Bernd Krampen von der Landesbank NordLB. Erst im Juni habe man damit gerechnet. Die am Mittwoch von dem Arbeitsmarktdienstleister ADP veröffentlichten Daten zur Beschäftigungsentwicklung in der Privatwirtschaft hätten zwar schon auf eine positive Überraschung hingedeutet – doch nicht in diesem Umfang. Vermutlich spielten Erhebungsprobleme auch eine gewisse Rolle, die aber noch schwer quantifizierbar seien.

Die neuen Arbeitsmarktdaten zeigten, dass „Wiedereinstellungen früher und stärker angefangen haben“ als die Zahl der wöchentlichen Erstanträge zuletzt suggerierte, kommentierte der Experte Michael Pearce vom britischen Analysehaus Capital Economics. „Die schneller als erwartete Wende am Arbeitsmarkt wird Hoffnungen nähren, dass das Virus nicht die gleichen dauerhaften Wunden am Arbeitsmarkt hinterlässt wie normale typische Rezessionen.“

Am Vormittag waren die deutschen Auftragseingänge in der Industrie und die spanische Industrieproduktion zwar stärker als erwartet eingebrochen, hatten den Euro aber unter dem Strich kaum belastet.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,89448 (0,89685) britische Pfund, 123,77 (122,48) japanische Yen und 1,0866 (1,0786) Schweizer Franken fest.

Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag in London mit 1675 Dollar gehandelt. Das waren rund 39 Dollar weniger als am Vortag. (awp/mc/pg)

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