Devisen: Dollar gibt wegen Sorgen um Handelskrieg mit den USA nach
Zürich – Sorgen um eine Neuauflage des Handelskriegs zwischen den USA und Europa haben am Montag den Dollar geschwächt. Präsident Donald Trump hat in der Causa Grönland die nächste Eskalationsstufe ausgerufen und damit laut Händlern an den internationalen Finanzmärkten für Unsicherheit gesorgt.
Aktuell wird das Währungspaar Dollar/Franken zu 0,7973 gehandelt. Am Morgen waren es noch 0,7991. Am Freitagabend stand der Greenback mit 0,8033 noch klar über der Marke von 80 Rappen. Auch gegenüber dem Euro hat die US-Devise Terrain eingebüsst. Ein Euro kostet derzeit 1,1636 Dollar nach 1,1623 im Frühhandel. Vor dem Wochenende mussten «nur» 1,1597 Dollar je Euro bezahlt werden.
Derweil hat sich der Euro zum Franken ebenfalls abgeschwächt auf zuletzt 0,9277 nach 0,9288 Franken am Morgen. Am Freitagabend war der Euro noch zu 0,9316 über den Tisch gegangen.
«Trumps Vorstoss in Richtung Grönland und der Einsatz von Strafzöllen als politisches Druckmittel verschärfen die geopolitische Lage», heisst es in einem Kommentar. Trump hatte angekündigt, ab dem 1. Februar Strafzölle gegen acht EU-Länder zu verhängen, sollte es bis dahin keine Einigung geben, dass sich die USA Grönland einverleiben können.
«In Brüssel wird Trumps Vorgehen als Bruch bestehender Handelsabkommen und als Angriff auf die Souveränität Dänemarks gewertet», heisst es in dem Kommentar weiter. Die Zolldrohungen reaktivierten alte Handelskriegssorgen, denn Zölle schaden letztlich allen Beteiligten.
«Die Alarmglocken für den Dollar läuten», kommentierte Devisenexpertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank das Handelsgeschehen. Ihrer Einschätzung nach steigt die Gefahr, dass die US-Regierung «irgendwann eine Grenze überschreitet». Dann würden sich die Handelspartner nicht mehr erpressen lassen und mit Gegenmassnahmen zurückschlagen.
Experten der Dekabank setzten im Grönland-Streit weiter auf einer Verhandlungslösung. In den kommenden zwei Wochen bis zum 1. Februar sei mit intensiven Gesprächen zu rechnen. Darüber hinaus dürfte die gesetzte Frist «gegebenenfalls verlängert werden, und am Ende findet sich eine Lösung». (awp/mc/pg)