Euro weiter unter Druck

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Frankfurt am Main –  Der Kurs des Euro ist am Mittwoch im frühen Handel auf den tiefsten Stand seit fast zwei Jahren gefallen. Der Kurs der Gemeinschaftswährung war zeitweise bis auf 1,2458 US-Dollar gesunken und wurde zuletzt mit 1,2470 Dollar gehandelt. Ein Dollar war 0,8021 Euro wert. Im frühen asiatischen Handel hatte der Euro noch zeitweise über der Marke von 1,25 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,2523 (Montag: 1,2566) Dollar festgesetzt.

Vor allem die Probleme im spanischen Bankensystem lasteten auf dem Euro, sagten Händler. So ist der Chef der spanischen Notenbank Miguel Fernadez Ordonez einen Monat früher als geplant zurückgetreten. Er war heftig wegen seines Krisenmanagements im Fall der angeschlagenen Bankia kritisiert worden. Getrübt wurde die Stimmung zudem durch Presseberichte, nach denen China kein grosses Paket zur Stimulierung der Wirtschaft plane.

SNB am Markt vermutet
Zum Franken notiert der Euro weiterhin knapp über der von der SNB gesetzten Mindestgrenze von 1,20. Laut Marktteilnehmern dürfte die SNB zuletzt zu einigen Interventionen gezwungen worden sein, um die Mindestgrenze zu halten. Der am Vortag von der SNB gemeldete Anstieg der Giroguthaben der inländischen Banken bei der SNB um über 14 Mrd in der Vorwoche wird dazu etwa ins Feld geführt. Man behelfe sich mit den wöchentlich ausgewiesenen Sichtguthaben bei der SNB, um abschätzen zu können, ob Interventionen stattgefunden hätten oder nicht, sagte etwa der CS-Währungsspezialist Marcus Hettinger gegenüber der «Finanz und Wirtschaft».

Letzte Woche hatte die britische FT ausserdem berichtet, dass die holländische Rabobank im Auftrag der SNB Euro im grossen Stil gekauft habe. Händler schätzten in dem Bericht, dass es allein in den letzten Tagen rund 50 Mrd EUR gewesen sein dürften.

Aufgrund der Tatsache, dass der Franken sich gegenüber dem Euro kaum bewegt, macht die hiesige Währung die Bewegung des Euros zum US-Dollar praktisch voll mit. USD/CHF notiert entsprechend mit derzeit 0,9635 auf dem höchsten Stand seit Anfang 2011. (awp/mc/cs)

EZB-Referenzkurse

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