EU-Schluss: Schwächer

EU-Schluss: Schwächer

Paris – Die europäischen Börsen sind am Montag bis zum Handelsende teilweise ins Minus gerutscht. Die zunächst positive Reaktion auf die Hilfen für den spanischen Bankensektor sei im Tagesverlauf wieder verschwunden, sagten Händler. Der EuroStoxx 50 schloss 0,29 Prozent tiefer bei 2.137,70 Punkten. Im frühen Handel war der Leitindex der Eurozone noch mit einem Plus von bis zu 2,74 Prozent auf den höchsten Stand seit Mitte Mai geklettert.

In Paris rutschte der Cac 40 zum Schluss mit 0,29 Prozent ins Minus auf 3.042,76 Punkte, und in London gab der FTSE 100 0,05 Prozent auf 5.432,37 Punkte ab.

Die Hilfen für Spanien würden von weniger strikten Sparanforderungen als bei den Vorgängern Irland, Portugal und Griechenland begleitet, und das zeige, dass die Eurozone alles dafür tue ihre Kernstaaten zu protegieren, sagte Marktanalystin Dafni Serdari von Intertrader. Vor den Wahlen in Griechenland am kommenden Wochenende könnte dies indes ein Zeichen sein, dass die Eurozone den Staat durchaus fallen lassen könnte.

Entsprechend sei im Handelsverlauf die erste Freude über die Hilfen für das spanische Bankensystem mehr und mehr der Nervosität vor der Entscheidung in Griechenland gewichen, bestätigte ein anderer Börsianer. Zudem sei die Gefahr, dass die Hilfe für Spanien eventuell nicht ausreiche und der Staat auch noch unter den Rettungsschirm müsse, klar gegeben. Dies zeige der Anleihemarkt, an dem die Renditen im Verlauf kräftig nach oben drehten. Zuletzt stieg die Rendite spanischer Staatsanleihen um 30 und die italienischer Papiere um 26 Basispunkte.

Aktien der spanischen Grossbank BBVA, die in der Spitze 10,23 Prozent zugelegt hatten, gingen nur unverändert aus dem Handel. Santander-Papiere gaben ebenfalls ihre zeitweise prozentual fast zweistelligen Gewinne ab und rutschten sogar mit 0,27 Prozent ins Minus. Die Achterbahnfahrt liess sich auch am Stoxx Europe 600 Banks ablesen. Der Branchenindex ging mit minus 0,70 Prozent bei 127,27 Punkten aus dem Handel. Sein Tageshoch hatte er bei 132,84 Punkten markiert, was einem Plus von 3,72 Prozent entsprach. Die Sorgen um Italien spiegelten die Aktien der Unicredit wider: sie endeten mit minus 8,81 Prozent auf 2,4840 Euro am EuroStoxx 50-Ende. Intesa SanPaolo rutschten 5,92 Prozent ab.

Auch Telefonica-Aktien konnten ihre anfänglichen Gewinne nicht halten und gingen 1,04 Prozent tiefer aus dem Handel. Der spanische Telefonkonzern will sich für rund eine Milliarde Euro von der Hälfte seiner Beteiligung am chinesischen Mobilfunkkonzern Unicom trennen. Beim Ölkonzern BP konnten sich die Anleger über ein Kursplus von 1,73 Prozent freuen. Die Briten wollen einem Bericht zufolge mit einer Pauschalsumme von 15 Milliarden US-Dollar alle staatlichen Forderungen für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko abgelten. Die Aktien von Tesco gingen nach Zahlen unverändert bei 302,80 Pence aus dem Handel. Ein robustes US- und Asien-Geschäft verhalf dem britischen Einzelhändler im ersten Geschäftsquartal zwar zu Wachstum, doch der Heimatmarkt blieb schwach. (awp/mc/upd/ps)

 

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