EU-Schluss: Uneinheitlich

EU-Schluss: Uneinheitlich

Paris – Nach den Gewinnen am Vortag haben die europäischen Börsen zur Wochenmitte uneinheitlich geschlossen. Während der EuroStoxx 50 bis Handelsende ein Plus von 0,19 Prozent auf 2.246,10 Punkte schaffte, rutschte in Paris der CAC 40 um 0,57 Prozent auf 3.157.25 Zähler ab. An der Börse in London schloss der FTSE 100 am Mittwoch mit plus 0,01 Prozent bei 5.664,48 Punkten nahezu auf Vortagesniveau.

Angesichts der zunehmenden Anzeichen für eine Abschwächung der Weltwirtschaft wurden die Märkte laut Börsianern von wachsenden Sorgen um die Unternehmensgewinne überschattet. Auslöser dieser Befürchtungen seien die jüngsten schlechten Meldungen etwa aus der Chip- und Luxusgüterbranche. Unterdessen warteten auch in Europa die Markkteilnehmer mit allerhöchster Spannung auf das für den Abend um 20.00 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit angesetzte Sitzungsprotokoll der US-Notenbank (Fed). Beobachter erhoffen sich neue Hinweise zu einer möglichen weiteren geldpolitischen Lockerung. «Die Märkte sind derzeit orientierungslos, das Fed-Protokoll ist daher der einzige Katalysator», sagte ein Investmentstratege in London.

Aktien der Telekombranche verbuchten innerhalb der Branchenübersicht des Stoxx600 mit einem Plus von 1,37 Prozent die grössten Gewinne, gefolgt von den Energiekonzernen , die um knapp ein Prozent zulegten.

Im Eurostoxx rückten Banktitel besonders deutlich vor und profitierten damit von der etwas gestiegenen Risikobereitschaft der Anleger. So stiegen BBVA innerhalb des Sektors mit 2,34 Prozent auf 5,17 Euro am deutlichsten, gefolgt von Unicredit, Intesa SanPaolo, Banco Santander und BNP Paribas, die um gut eineinhalb bis über zwei Prozent zulegten.

Die Aktien von Luxusgüterkonzernen hingegen gerieten besonders unter Druck. So sackten die Papiere von Burberry am «Footsie»-Ende um 7,40 Prozent ab, nachdem sich das Umsatzwachstum im ersten Geschäftsquartal etwas abgeschwächt hatte. Das Unternehmen verfehlte damit die Erwartungen der Analysten. Im Sog dessen bildeten die Titel des französischen Branchenkollegen LVMH mit einem Abschlag von 3,15 Prozent das Schlusslicht im EuroStoxx. In Paris verloren die Anteilsscheine der Puma-Mutter Pinault-Printemps-Redoute (PPR) im CAC-40 3,48 Prozent.

Papiere von Renault gaben ebenfalls nach und verloren 1,18 Prozent auf 32,25 Euro. Der französische Autobauer droht nach einem Absatzrückgang im ersten Halbjahr seinen geplanten Rekord im Gesamtjahr zu verfehlen.

Den letzten Platz im französischen Leitindex aber besetzten EADS, nachdem der Luftfahrt- und Rüstungskonzern nun doch sein Verkaufsziel für den A380 kassiert hatte. Im ersten Halbjahr waren bei der Tochter Airbus Bestellungen über lediglich vier Maschinen des Flugzeugmodells eingegangen. Noch im Mai hatte Verkaufschef John Leahy das Ziel von 30 Bestellungen bestätigt, aber damals bereits davon gesprochen, dass es nicht einfach werde. Derzeit kratzen technische Probleme am Image des A380. Der Aktienkurs von EADS rutschte um 4,66 Prozent auf 26,92 Euro ab. (awp/mc/upd/ps)

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