EU-Schluss: Leichter im Sog einer bröckelnden Wall Street

EU-Schluss: Leichter im Sog einer bröckelnden Wall Street

Paris – Die europäischen Börsen sind am Dienstag leichter aus dem Handel gegangen. Angesichts bröckelnder Notierungen in New York hätten die wichtigsten Indizes in Europa ihre Verlaufsgewinne abgegeben, sagten Händler. Der EuroStoxx 50 verlor 0,21 Prozent auf 2.493,59 Punkte. In Paris gab der Cac 40 0,60 Prozent auf 3.414,23 Punkte ab. Der Londoner FTSE 100 sackte um 0,19 Prozent auf 5.809,45 Punkte ab.

Der Rückenwind von der Wall Street blieb am Nachmittag aus und das drückte die europäischen Börsen ins Minus, wie Analyst Gregor Kuhn vom Broker IG sagte. Zunächst habe die Hoffnung auf einen zeitnah erwarteten Sprung Spaniens unter den Europäischen Rettungsschirm die Märkte gestützt. Laut Kuhn würde dies der Europäischen Zentralbank EZB ermöglichen, ihrerseits mit Stützungskäufen iberischer Schuldtitel aktiv zu werden, was wiederum die kritischen Refinanzierungskonditionen für Spanien erheblich entspannen würde. Am Abend sagte der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy aber, dass ein solches Hilfsgesuch nicht unmittelbar bevorstehe. Indes bröckelte der weltweite Leitindex Dow Jones Industrial in New York ins Minus und zog damit auch die europäischen Märkte kurz vor Handelsschluss nach unten.

Rohstoffwerte stellten mit einem Minus von 1,23 Prozent beim Stoxx Europe 600 Basic Resources den schwächsten Sektor. Insbesondere Stahlwerte wie ArcelorMittal mit einem Minus von 2,22 Prozent auf 47,61 Euro rutschten ab. Das japanische Analysehaus Nomura hatte in einer Branchenstudie das Kursziel von 14,50 auf 11,50 Euro gesenkt. Die durchschnittlichen Analystenschätzungen für 2013 erscheinen den Analysten zu hoch, da sie von einer robusten Ergebniserholung in dem Sektor ausgingen. Die Experten von Kepler liessen ArcelorMittal auf «Reduce» mit dem Ziel 10,00 Euro. Auch die Minenwerte sackten indes ab: Im Londoner «Footsie» verloren BHP Billiton 1,52 Prozent auf 1.944,50 Pence.

Einige spanische Bankwerte wie BBVA und Santander bauten ihre Gewinne um jeweils rund ein Prozent aus. Der Sektorindex Stoxx Europe Banks konnte die Gewinne aber nicht halten und verlor 0,62 Prozent. Banco Popular gaben indes erneut um 1,00 Prozent nach. Die Bank hatte im Anschluss an die Stresstest-Ergebnisse tags zuvor eine Kapitalerhöhung angekündigt. Dass die Ratingagentur Moody’s davon ausgeht, dass die spanischen Finanzinstitute mehr Kapital benötigten als der Stresstest ergeben hat, hatte kaum Einfluss.

Britische Banken dagegen litten unter einer Abstufung durch die UBS von «Buy» auf «Neutral». Zudem hatte sie Einstufung für die Aktien von Lloyds Banking Group , Royal Bank of Scotland (RBS) und Barclays auf «Neutral» gesenkt. Llodys waren daraufhin zeitweise Schlusslicht im «Footsie» und beendeten den Handel mit minus 2,38 Prozent als drittschwächster Wert im britischen Leitindex. Im Paris sackten Alstom auch wegen einer Kapitalmassnahme um 4,89 Prozent ab. (awp/mc/pg)

Euronext

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