EU-Schluss: Mit solidem Plus ins Wochenende

EU-Schluss: Mit solidem Plus ins Wochenende

Paris – Trotz einer von Unsicherheit geprägten Woche haben die europäischen Börsen am Freitag wieder solide Gewinne verbucht. Der EuroStoxx 50 ging mit einem Aufschlag von 1,39 Prozent bei 2.259,09 Punkten aus dem Handel. Binnen Wochenfrist kommt der Index der wichtigsten europäischen Standardwerte damit auf ein Plus von 1,05 Prozent. Der CAC 40 in Paris stieg um 1,46 Prozent auf 3.180,81 Punkte. In London kletterte der FTSE 100 um 1,03 Prozent auf 5.666,13 Punkte nach oben.

Rückenwind bekam der Handel unter anderem von positiven US-Börsen. Vor allem aber sorgte eine erfolgreiche Auktion italienischer Staatsanleihen sowie die Hoffnung auf konjunkturstimulierende Massnahmen in China für besseres Börsenwetter. Die Abstufung der Kreditwürdigkeit Italiens durch die Ratingagentur Moody’s habe vor diesem Hintergrund an den Märkten keine grössere Rolle gespielt und nur die Bankentitel beeinflusst, sagten Börsianer. Am Nachmittag konnten die Indizes ihre Gewinne zudem noch einmal deutlich ausbauen. Börsianer verwiesen zur Begründung auf Gerüchte, wonach in grossem Stil Mittel aus US-Staatsanleihen und börsengehandelten Indexfonds (ETF) in europäische Aktien umgeschichtet worden seien.

Zuvor hatte China neue Wirtschaftsdaten präsentiert. Das chinesisches Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal konnte die Erwartungen der Experten erfüllen, obwohl es so niedrig war wie seit 2009 nicht mehr. Diese Schwäche schüre weitere Hoffnungen auf Unterstützungsmassnahmen des Landes, sagte Markstratege Arkadius Materla von GKFX Deutschland. «Wieder einmal scheint das Vertrauen in die Handlungsentschlossenheit der Chinesen für mehr Euphorie an den Märkten zu sorgen, als in die eigenen Konjunkturhüter», sagte der Experte weiter.

Im Branchenvergleich standen Telekomwerte mit einem durchschnittlichen Plus von 2,66 Prozent weit vorne. Die Schweizer Grossbank Credit Suisse äusserte sich positiv zu der Branche und traut ihr eine bessere Entwicklung zu als dem breiteren Aktienmarkt. Zudem stufte die Citigroup den Sektor von «Underweight» auf «Neutral» hoch. Die Banken schafften trotz der Moody’s-Abstufung noch ein Plus von 0,35 Prozent, schnitten damit aber am schwächsten ab.

Zum Teil deutliche Verluste verzeichneten Autowerte, nachdem die Citigroup den europäischen Autosektor von «Overweight» auf «Neutral» abstufte. Insbesondere Peugeot gaben um 7,65 Prozent auf 6,48 Euro nach und waren damit das Schlusslicht im Cac 40. Börsianern zufolge sorgten hier aber vor allem die schwachen Absatzzahlen und der überraschend hohe operative Verlust im ersten Halbjahr vom Vortag für anhaltende Katerstimmung. Zudem kamen am Markt Sorgen auf, die französische Regierung könne zur Rettung eilen und beim Unternehmen einsteigen. Auch Fiat fielen um mehr als drei Prozent.

In Paris wiederum kletterten die Papiere des französischen Medienkonzerns Vivendi um gut dreieinhalb Prozent und kamen damit auf einen der Spitzenplätze im Index. Börsianern zufolge stützten den Titel Gerüchte über eine bevorstehende Aufstockung des Anteils durch den Investor Vincent Bolloré. Der Franzose wolle das Geld aus dem Verkauf seiner Aegis-Anteile an das japanische Unternehmen Dentsu nutzen, um seine Beteiligung an Vivendi auf 8 Prozent auszubauen, hiess es in Medienberichten.

In Helsinki verloren die Papiere des finnischen Handyherstellers Nokia 2,45 Prozent auf 1,51 Euro. Der massiv mit Absatzproblemen kämpfende Konzern wird nach eigenen Angaben in China zwei seiner vier Vertriebszentren schliessen. (awp/mc/pg)

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