EU-Schluss: Verluste – Sorgen über Schuldenkrise halten an

EU-Schluss: Verluste – Sorgen über Schuldenkrise halten an

Paris – Die anhaltenden Sorgen über die europäische Schuldenkrise haben die europäischen Aktienmärkte am Montag abermals ins Minus gedrückt. Zudem blieben die Anleger vor der am Abend nach US-Börsenschluss beginnenden Berichtssaison in den Vereinigten Staaten vorsichtig. Der EuroStoxx 50 gab um moderate 0,34 Prozent auf 2.227,91 Punkte nach. Damit knüpfte der Leitindex der Eurozone an seine dreitägige Verlustserie vor dem Wochenende an.

Der CAC 40 in Paris sank um 0,38 Prozent auf 3.156,80 Punkte, und in London fiel der FTSE 100 um 0,62 Prozent auf 5.627,33 Punkte.

Marktstratege Ishaq Siddiqi von ETX Capital verwies auf die wieder steigenden Renditen für die Staatsanleihen der angeschlagenen Euro-Peripherieländer als Krisenindikator. Aktuell muss Spanien für Papiere mit einer zehnjährigen Laufzeit fast sieben Prozent Zinsen zahlen. Auch die Renditen für italienische Titel legten zu und notierten bei gut sechs Prozent. Die Anleger seien skeptisch, was die Ergebnisse des kurz vor Handelsschluss angelaufenen Treffens der Euro-Finanzminister angehe, so Siddiqi. Ein weiterer Beobachter betonte die Bedeutung der Verhandlung des Bundesverfassungsgerichts über Eilanträge gegen den Euro-Rettungsschirm ESM und den europäischen Fiskalpakt am morgigen Dienstag. Dies könnte das wichtigste Ereignis dieser Woche werden.

Aus Branchensicht verbuchten die konjunktursensiblen Rohstoffwerte die grössten Abschläge: Der Sektorindex im Stoxx Europe 600 verlor 1,42 Prozent. Dagegen setzten sich die defensiven Telekommunikationstitel mit plus 0,51 Prozent an die Spitze.

In London büssten die Papiere von Michael Page 3,76 Prozent ein. Der Personaldienstleister hatte zwischen April und Juni einen Gewinnrückgang verbucht und rechnet nun wegen der wirtschaftlichen Unsicherheit in Europa mit einem schwierigen dritten Quartal.

Der Übernahmekampf um den britischen Energiekonzern Cove Energy zieht sich indes hin. Nach dem Ölkonzern Shell musste auch der thailändische Konkurrent PTT die Frist zur Annahme seines Übernahmeangebot erneut verlängern. Bislang dienten gerade einmal 0,25 Prozent der Cove-Aktionäre PTT ihre Anteile an. PTT bietet 240 Britische Pence je Aktie, Shell 220 Pence. Die Cove-Titel schlossen moderate 0,18 Prozent höher, während die Shell-Papiere 1,71 Prozent verloren.

In Paris gewannen die Vivendi-Aktien als einer der Favoriten im EuroStoxx 1,88 Prozent auf 14,895 Euro. Der Medien- und Telekomkonzern will Berichten zufolge seine Beteiligung an dem US-Videospiele-Unternehmen Activision Blizzard verkaufen. Dessen Papiere notierten in New York moderat im Minus. Für EADS ging es in Paris um 1,59 Prozent auf 28,515 Euro hoch. Die Flugzeugtochter Airbus blieb zum Start der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough zwar auftragsseitig hinter ihrem US-Konkurrenten Boeing zurück, möbelt aber den Airbus A330 auf. Mit einer vergrösserten Reichweite und höherer Zuladung soll dieser dem Kassenschlager Boeing 777 künftig Kunden abjagen. (awp/mc/upd/ps)

 

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