EU-Schluss: Gewinne

EU-Schluss: Gewinne

Paris – Eine positive Entwicklung des US-Aktienmarktes hat Europas wichtigsten Börsen am Dienstag Auftrieb gegeben. Nachdem enttäuschende Unternehmensnachrichten und Konjunkturdaten zunächst für schlechte Stimmung gesorgt hatten, drehte der EuroStoxx 50 am Nachmittag ins Plus. Bis zum Handelsschluss rückte der Leitindex der Eurozone um 0,79 Prozent auf 2.493,14 Punkte vor. In Paris stieg der CAC 40 um 0,56 Prozent auf 3.430,60 Punkte und der Londoner FTSE 100 kletterte um 0,33 Prozent auf 5.786,25 Punkte.

Zunächst hätten Sorgen um die Eurokrise sowie der überraschend schwache ZEW-Konjunkturindex die Stimmung getrübt, sagten Börsianer. Zwar sind sich die Eurostaaten und der Internationale Währungsfonds (IWF) einig, dass Griechenland zwei zusätzliche Jahre Zeit zum Sparen bekommen soll. Allerdings hatten die EU-Finanzminister eine Entscheidung über Hilfen für Griechenland am Montagabend auf kommende Woche verschoben, wenn sie sich zu einem Sondergipfel treffen wollen.

Den positiven Umschwung am Nachmittag begründeten Händler mit der überwiegend freundlichen Stimmung am US-Aktienmarkt. Insgesamt sei nach den jüngsten Kursverlusten schon viel Negatives eingepreist. «Dazu wird unter Börsianern die Nachricht gehandelt, wonach eine Einigung über weitere Hilfszahlungen an Griechenland kurz bevorstehe», sagte Marktanalyst Gregor Kuhn vom Broker IG.

Die Favoriten im EuroStoxx waren Bankenwerte. Mit plus 5,19 Prozent ging es für Intesa SanPaolo am deutlichsten nach oben, gefolgt von Unicredit mit einem Aufschlag von 4,39 Prozent. Die beiden italienischen Grossbanken waren angesichts der Wirtschaftskrise auf dem Heimatmarkt besser durchs dritte Quartal gekommen als erwartet. Vor allem die eingeleiteten Sparprogramme hatten positiv gewirkt.

Vor diesem positiven Hintergrund schaffte es der Bankenindex mit plus 1,65 an die Spitze der Branchenindizes des Stoxx Europe 600. Ans Ende der Sektorenübersicht rutschte der Versorgerindex um mehr als zwei Prozent ab. Belastet wurde der Index vor allem von dem rund elfeinhalb-prozentigen Kursrückgang der Eon -Papiere, nachdem der Energiekonzern die Gewinnprognosen für 2013 kassiert hatte.

Einer der schwächsten Werte im «Footsie» war Vodafone . Nach der Vorlage von Halbjahreszahlen verloren die Papiere 2,46 Prozent. Die Umsatz- und Gewinnkennziffern hätten in so ziemlich jeder Region enttäuscht, sagte ein Analyst. Vor allem das schwache Geschäft in Südeuropa hatte den britischen Mobilfunker hart getroffen. Wegen des schwierigen Umfeldes in Spanien und Italien haben die Briten auf dieses Geschäft 5,9 Milliarden Pfund abgeschrieben.

Die Aktien von ITV führten den «Footsie» hingegen mit Abstand an. Sie schnellten um fast neun Prozent nach oben. Der Fernsehsender hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen überraschend hohen Gewinn erwirtschaftet.

Die Aktien von Pirelli verloren in Mailand 2,82 Prozent. Der italienische Reifenhersteller hatte am Vorabend mit seinen nach Börsenschluss vorgelegten Zahlen zum dritten Quartal nicht nur die Gewinnerwartungen verfehlt, sondern auch das Umsatzziel für das laufende Jahr gekürzt und einen höheren Schuldenstand als bislang in Aussicht gestellt. Die Italiener begründeten dies mit der wirtschaftlichen Flaute in der Eurozone. (awp/mc/pg)

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