EU-Schluss: EuroStoxx 50 büsst Wochengewinne wieder ein

EU-Schluss: EuroStoxx 50 büsst Wochengewinne wieder ein

Paris – Nach einem beachtlichen Wochenstart hat der EuroStoxx 50 am Freitag seine kompletten Gewinne wieder eingebüsst. Grund dafür waren enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten, die den Leitindex der Eurozone zum Wochenschluss um deutliche 2,15 Prozent auf 2.235,75 Punkte ins Minus drückten. Das Börsenbarometer war am Donnerstag noch zeitweise über seinen 200-Tage-Durchschnitt auf den höchsten Stand seit Anfang Mai gesprungen, bevor es am Ende schwach aus dem Handel gegangen war. Auf Wochensicht bedeutete dies ein Minus von 1,28 Prozent.

Der CAC 40 büsste am letzten Tag der Woche in Paris 1,88 Prozent auf 3.168,79 Punkte ein. In London sank der FTSE 100 um 0,53 Prozent auf 5.662,63 Punkte.

In den USA waren im Juni weniger Jobs geschaffen worden als erwartet. Im Monatsvergleich war die Beschäftigung ausserhalb der Landwirtschaft um 80.000 Stellen gestiegen, Volkswirte hatten hingegen mit einem Zuwachs um 100.000 Stellen gerechnet. Zudem war es der dritte Monat in Folge mit einem Stellenplus unter dieser runden Marke.

Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade kommentierte: «Die Arbeitsmarktzahlen zeigen, dass die bisherigen Massnahmen der US-Notenbank Fed keine nachhaltige Verbesserung am Arbeitsmarkt gebracht haben.» Das spiele zwar den Befürwortern weiterer geldpolitischer Massnahmen in die Karten, drossele aber kurzfristig die Aussichten für die US-Konjunktur.

Besonders unter Druck standen Autotitel, deren Sektorindex mit einem Minus von 3,34 Prozent das Schlusslicht der Branchenübersicht war. Dafür verantwortlich waren vor allem die Papiere von Peugeot , die um 7,71 Prozent auf 7,079 Euro abrutschten. Beim französischen PSA-Autokonzern waren die Verkäufe im ersten Halbjahr wegen der Konjunkturkrise in Südeuropa eingebrochen. Mit 1,62 Millionen Autos und leichten Lastwagen setzten die Franzosen knapp 13 Prozent weniger Fahrzeuge ab als im Vorjahreszeitraum. Allein in Europa sackten die Verkäufe um gut 15 Prozent auf 980.000 Fahrzeuge ab. Der Konzern leidet besonders unter der Konjunkturschwäche in Folge der Euroschuldenkrise in Südeuropa, wo er traditionell einen Grossteil seiner Geschäfte macht.

Aber auch die Papiere von BMW trugen nach einer Abstufung durch Morgan Stanley und Absatzzahlen als einer der schlechtesten Dax-Werte mit einem Abschlag von 4,55 Prozent zur Branchenschwäche bei. Analyst Stuart Pearson betrachtete die Entwicklung in Europa ebenfalls mit Sorge.

Die konjunktursensiblen Finanzwerte gehörten zu den grössten Verlierern im EuroStoxx. So sackten Unicredit und Societe Generale um mehr als fünf Prozent ab. Für die Anteilsscheine der spanischen Bank BBVA ging es um 5,08 Prozent auf 5,1810 Euro abwärts. Die HSBC hatte die Aktien nach der jüngsten Kursentwicklung von «Overweight» auf «Neutral» abgestuft und das Kursziel von 6,40 auf 6,00 Euro gesenkt. Die Gewinnrisiken blieben auch nach dem jüngsten EU-Gipfel zur europäischen Schuldenkrise bestehen, schrieb Analyst Carlo Digrandi.

Klarer Favorit in Amsterdam waren die Titel von Air France-KLM . Sie kletterten an der Spitze des niederländischen Leitindexes AEX um 4,37 Prozent nach oben. Die Fluggesellschaft hatte im Passagiergeschäft im Juni weiter zugelegt. Während der Verkehr auf den Asienstrecken gut ein Jahr nach der Tsunami- und Atomkatastrophe in Japan kräftig wuchs, schlug sich auf den Strecken in die Karibik und zu Zielen im indischen Ozean eine Kürzung des Flugangebots nieder. Im Frachtgeschäft schwächte sich der seit Monaten anhaltende Rückgang ab.(awp/mc/pg)

Euronext

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