EU-Schluss: EuroStoxx 50 bricht um 3,7 % ein

EU-Schluss: EuroStoxx 50 bricht um 3,7 % ein

London – Sorgen um die USA und Griechenland haben den EuroStoxx 50 am Freitag um mehr als fünfeinhalb Prozent nach unten gedrückt. In den Vereinigten Staaten hatte sich die Zahl der Beschäftigten im August überraschend nicht geändert. Volkswirte hatten hingegen mit einem Zuwachs um 68.000 Stellen gerechnet. Der Aufbau im Vormonat war zudem mit 85.000 geringer ausgefallen als zunächst gemeldet (117.000).

Die griechische Wirtschaft dürfte im laufenden Jahr kräftiger schrumpfen als bisher angenommen. Wegen der tiefen Rezession kann Griechenland sein Ziel, das Defizit im Staatshaushalt im laufenden Jahr auf 7,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu senken, voraussichtlich nicht einhalten. Bis Mitte September müsse Athen den Haushaltsplan für 2012 überarbeiten und Strukturreformen angehen, forderte die «Troika» aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds.

Der EuroStoxx 50 brach um 3,69 Prozent auf 2.220,72 Punkte ein. Auf Wochensicht verlor der Index allerdings gerade mal ein halbes Prozent. Anfang Juli hatte der EuroStoxx 50 jedoch noch über 700 Zähler mehr auf dem Konto gehabt. In Paris sackte der CAC 40 am Freitag um 3,59 Prozent auf 3.148,53 Punkte ab. Der Londoner FTSE 100 büsste 2,34 Prozent auf 5.292,03 Punkte ein.

Alle Werte im EuroStoxx 50 endeten im Minus. Unter den Sektoren erwischte es die Lebensmittelhersteller und Brauereien mit einem Abschlag von 0,29 Prozent am wenigsten. Automobiltitel (-4,60%) und Finanzwerte (-4,24%) mussten hingegen kräftig Federn lassen.

Die europäischen Autotitel litten Händlern zufolge unter der Entwicklung des US-Marktes im August. Dort hatten die Käufer vor allem zu Wagen heimischer Marken gegriffen. Zudem habe eine Studie des Bankhauses Metzler auf die Stimmung gedrückt. Die Experten hatten die Wachstumsprognose für den weltweiten Automarkt gesenkt. Unter den Branchenvertretern im EuroStoxx 50 erwischte es BMW mit einem Abschlag von 4,71 Prozent auf 54,22 Euro am heftigsten.

Bei Banktiteln verwiesen Händler auf wieder verstärkte Sorgen um einen möglicherweise drohenden Zahlungsausfall Griechenlands. Zudem will die US-Regierung einem Zeitungsbericht zufolge ein Dutzend Grossbanken wegen unlauterer Hypothekengeschäfte auf Schadenersatz in Milliardenhöhe verklagen. Titel der Deutschen Bank, die in dem Bericht explizit genannt wurden, sackten um 5,93 Prozent ab. Schlechtester Bankenwert im EuroStoxx 50 waren aber Credit Agricole auf dem letzten Indexplatz mit einem Minus von 7,38 Prozent auf 6,186 Euro.

In London sprangen Randgold mit einem Aufschlag von 4,30 Prozent auf 6.493,00 Britische Pence auf den einsamen Spitzenplatz im FTSE 100. Händler verwiesen auf den gestiegenen Goldpreis als Kurstreiber. AstraZeneca rutschten um 3,65 Prozent ab. Das Medikament Crestor zur Senkung des Cholesterinspiegels ist einer klinischen Studie zufolge nicht besser als ein ähnliches Produkt des Branchenkollegen Pfizer .

In Zürich rutschten Adecco als schlechtester Wert im Swiss-Market-Index (SMI) um 6,49 Prozent auf 34,00 Schweizer Franken ab. Händler verwiesen auf die weiter miserable Lage am US-Arbeitsmarkt als Belastungsfaktor. Der Personaldienstleister hatte im abgelaufenen Jahr in Nordamerika 19 Prozent seiner Umsätze erzielt. (awp/mc/pg)

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