EU-Schluss: EuroStoxx kräftig im Aufwind

EU-Schluss: EuroStoxx kräftig im Aufwind

London – Angetrieben von guten Wirtschaftsdaten von beiden Seiten des Atlantiks sind die europäischen Aktienmärkte am Dienstag mit kräftigen Gewinnen aus dem Handel gegangen. Der EuroStoxx 50 schloss mit einem Aufschlag von 2,70 Prozent bei 2.262,39 Punkten und erholte sich damit von seinen Verlusten von bis zu 9 Prozent seit dem Zwischenhoch vor gut zwei Wochen. Der CAC 40 in Paris kletterte um 2,73 Prozent auf 3.055,39 Punkte nach oben. Vergleichsweise gering waren indes die Gewinne in London: Der britische FTSE 100 stand zur Schlossglocke 1,02 Prozent höher bei 5.419,60 Punkten.

Der grösste positive Kurstreiber für die Aktienmärkte waren frische Konjunkturdaten aus den USA, die am Nachmittag nochmals für eine beschleunigte Aufwärtsbewegung gesorgt hatten: Mit einem kräftigen Anstieg im November waren sowohl die Baugenehmigungen als auch die Baubeginne überzeugend ausgefallen. Aber auch aus Europa gab es ermutigende Signale: Im Dezember hat sich der ifo-Geschäftsklimaindex zum zweiten Mal in Folge aufgehellt, was Analysten einhellig als handfeste Überraschung bezeichneten. Neben der guten Stimmung in der deutschen Industrie sorgte aber auch eine Auktion spanischer Geldmarktpapiere für gute Stimmung. Das angeschlagene Euro-Land konnte sich zu drastisch geringeren Zinsen als im November refinanzieren.

Während alle Sektoren am Ende Gewinne verzeichneten, fielen diese bei den als vergleichsweise defensiv angesehenen Gesundheits-, Lebensmittel- und Telekommunikationsbranchen am geringsten aus. Finanzwerte dagegen gehörten zu den grossen Gewinnern, wie der Teilindex Stoxx 600 Banks mit einem Aufschlag von 3,22 Prozent zeigte. Als stützend empfanden Händler vor allem die positiv verlaufene Anleiheauktion in Spanien, die wieder etwas Unsicherheit vom Markt genommen habe. Titel der Unicredit schnellten um 6,32 Prozent auf 0,74 Euro hoch und waren damit führend im EuroStoxx. Aktien von Intesa SanPaolo und der BNP Paribas standen dem mit einem Plus von 5,82 und 6,03 Prozent nur wenig nach.

Unternehmensseitig blieb die Nachrichtenlage darüber hinaus dünn. AstraZeneca hatte vor Handelsbeginn mit einer gedämpften Gewinnerwartung überrascht. Die Titel des britischen Pharmakonzerns rutschten daraufhin als schwächster Wert im «Footsie» um 1,49 Prozent ab. Grund für den zurückhaltenderen Ausblick sind Abschreibungen nach der Einstellung verschiedener Testreihen. «Das ist ein Rückschlag für eine Pipeline, die bereits relativ dünn ist», sagte Analyst Alistair Campbell von der Berenberg Bank in London.

Im Chemiesektor profitierten die Arkema-Anteile in Paris mit einem deutlichen Anstieg von rund 9 Prozent von am Markt kursierender Übernahmephantasie. Nach Meinung eines Analysten sind die Papiere des Herstellers petrochemischer Produkte derzeit im Branchenvergleich besonders günstig zu haben. Nach der Abspaltung des unprofitablen Vinyl-Geschäfts könnten sie daher zu einem potenziellen Übernahmekandidaten für Investoren aus Saudi-Arabien und den USA werden, hiess es.

Ferner stand Scania mit Aussagen zur Lastwagen-Produktion im Blickfeld. Der schwedische Nutzfahrzeughersteller will wegen einer schwachen Nachfrage die Produktion drosseln, so dass ab Januar weltweit 15 Prozent weniger gefertigt wird. Die Papiere zeigten sich davon aber nur kurz beeindruckt: Nach einem kurzen Ausflug ins Minus nach der Bekanntgabe schlossen sie im Sog eines sehr festen Autosektors 2,67 Prozent höher.  (awp/mc/upd/ps)

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