EU-Schluss: Schwach

EU-Schluss: Schwach

Paris – Die Sorgen um die Banken der Eurozone haben am Mittwoch die zuletzt freundliche Börsenentwicklung in Europa gestoppt. Der EuroStoxx 50 stand zum Handelsende 1,67 Prozent tiefer bei 2.349,89 Punkten – am Vortag war der Leitindex der Eurozone noch auf ein Zweimonatshoch geklettert. In Paris gab der Cac 40 um 1,59 Prozent auf 3.193,65 Punkte nach. Der Londoner FTSE 100 hielt sich mit einem Minus von 0,55 Prozent auf 5.668,45 Punkte noch vergleichsweise gut.

Die italienische Unicredit hatte am Morgen Details zu ihrer geplanten Kapitalerhöhung bekannt gegeben und musste mit höheren Abschlägen als befürchtet um neue Anteilseigner werben. Dies liess die Aktien des Instituts absacken und zog den gesamten Sektor in Mitleidenschaft. Von US-Daten kam ebenfalls keine Entlastung: Der Auftragseingang in der Industrie war im November etwas weniger als erwartet gestiegen.

Börsianer sahen auch Gewinnmitnahmen nach der zuletzt freundlichen Entwicklung. Viele Indizes seien kurz vor wichtigen Widerständen gestoppt worden, betonte Analyst Christoph Schmidt vom Asset Manager N.M.F. AG. Händler Markus Huber von ETX Capital verwies auf das weiter niedrige Handelsvolumen und erinnerte daran, dass die Unsicherheit wegen der europäischen Finanzkrise weiter hoch sei. «Für weitere, deutliche Kursgewinne brauchen wir noch mehr positive Konjunkturnachrichten und fallende Anleiherenditen insbesondere in Italien und Spanien.»

Die Bankenwerte litten am meisten unter den Nachrichten der Unicredit: Mit einem Minus von 1,60 Prozent führte der Sektorindex Stoxx Europe 600 Banks die Verliererliste in der Branchenübersicht an. Die Unicredit-Aktien sackten um 14,45 Prozent auf 5,4150 Euro ab und waren damit abgeschlagenes Schlusslicht im EuroStoxx 50. Für die Papiere des heimischen Konkurrenten Intesa SanPaolo ging es um 3,82 Prozent bergab und die Papiere der spanischen Santander büssten 3,85 Prozent an Wert ein. Dagegen schafften die Subindizes für Öl- und Gasunternehmen sowie für Grund- und Rohstoffkonzerne jeweils ein knappes Plus.

Der französische Energieversorger EDF veranschlagt derweil nach eigenen Angaben rund 10 Milliarden Euro für den Ausbau der Sicherheit in den von ihm betriebenen Atomkraftwerken. Die Aktie des staatlich dominierten Konzerns sackte in Paris um 5,10 Prozent ab.

Der dänische Windkraftanlagenbauer Vestas Wind Systems enttäuschte mit einer erneuten Gewinnwarnung, was den Aktien ein sattes Minus von 18,75 Prozent auf 56,55 Dänische Kronen einbrockte. Bereits im Oktober hatte das Unternehmen seine Prognosen nach unten revidiert. In Grossbritannien liessen schwache Umsatzzahlen zum Ende des vergangenen Jahres die Titel des Einzelhändlers Next um 3,10 Prozent sinken. Damit nahmen sie den letzten Platz im FTSE 100 ein. (awp/mc/pg)

Euronext

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