EU-Schluss: Mario und Donald machen müde Börsen munter

Boerse

London – Die Anleger an den europäischen Börsen haben am Dienstag plötzlich sehr viel neuen Mut geschöpft. Aussagen des europäischen Chef-Währungshüters Mario Draghi und des US-Präsidenten Donald Trump rissen die Märkte aus ihrer Lethargie der vergangenen Tage. Der EuroStoxx 50 zog um 2,06 Prozent auf 3452,89 Punkte an. Der Leitindex der Eurozone erreichte damit ein Hoch seit sechs Wochen – und fuhr seinen grössten Tagesgewinn seit Januar ein.

Sollte sich der Wirtschaftsausblick nicht bessern, sei eine zusätzliche Lockerung notwendig, hatte Draghi auf der Notenbankkonferenz im portugiesischen Sintra gesagt – und damit den Anstoss für die Börsenrally gegeben. Trump signalisierte später, dass er Ende Juni auf dem G20-Gipfel im Handelsstreit mit China ein ausführliches Treffen mit seinem Gegenpart Xi Jinping plane. Er leistete damit einen weiteren Beitrag zum Kursanstieg, getragen von neuer Hoffnung, dass im Handelsstreit vielleicht doch noch eine Lösung gefunden wird.

Auf Länderebene folgte der französische Cac 40 dem EuroStoxx mit plus 2,20 Prozent auf 5509,73 Punkte nach oben. Der britische Leitindex FTSE 100 hinkte seinem Umfeld mit etwas weniger Schwung hinterher und stieg um 1,17 Prozent auf 7443,04 Zähler.

Konjunkturell geprägte Branchen nahmen durch die Aussagen von Trump oder Draghi besonders viel Rückenwind auf, allen voran die Rohstoffwerte mit einem Anstieg um 2,8 Prozent bei ihrem Sektorindex. Es folgten die Versorger, für die niedrige Zinsen als allgemein hilfreich angesehen werden, mit einem Anstieg um 2,3 Prozent. Auf den Rängen lagen die Technologie-, Einzelhandels- und Industriegüterbranchen mit Anstiegen von mehr als 2 Prozent.

In der Sektorwertung gab es keine Verlierer. Am wenigsten konnten sich Werte aus den Branchen Immobilien sowie Reise und Freizeit dem positiven Marktumfeld anschliessen. Immobilienunternehmen gelten zwar auch als Profiteur niedriger Zinsen, sie litten aber darunter, dass der befürchtete Mietdeckel in Berlin wohl Realität wird. Im Reisebereich blieb die Stimmung nach der Lufthansa-Gewinnwarnung vom Vortag angeschlagen. (awp/mc/ps)

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