EU-Schluss: Coronavirus lässt Investoren vorsichtiger werden

Boerse

London – Die mit dem sich ausbreitenden Coronavirus in Asien verbundenen Unsicherheiten haben Anleger am Dienstag von Aktien Abstand nehmen lassen. „Risk-off“ lautete das Motto. Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,26 Prozent auf 3789,12 Punkte. Die Verluste fielen aber deutlich geringer aus als an den fernöstlichen Börsenplätzen. So hatte der Hang Seng Index in Hongkong fast drei Prozent eingebüsst.

Wegen der neuartigen Lungenkrankheit hätten Anleger „eine Auszeit genommen und Kursgewinne eingestrichen“, sagte Analyst Pierre Veyret vom Londoner Broker ActivTrades. Als weiteren Belastungsfaktor machte Veyret die Verluste des europäischen Bankensektors aus, nachdem die schweizerische Grossbank UBS das Ziel für die Profitabilität gekürzt hatte.

In dem schwachen Umfeld verlor der Cac 40 in Paris 0,54 Prozent auf 6045,99 Punkte. Trotz der Verluste bewegt sich der Kurs immer noch nahe dem Zehnjahreshoch vom Freitag. In London gab der FTSE 100 um 0,53 Prozent auf 7610,70 Zähler nach.

Am Dienstag sorgte sich der Markt um die Ausbreitung des Coronavirus in Asien. „Zuerst trifft es immer die Unternehmen aus dem Tourismus und dem Handel“, sagte Stratege Mixo Das von der Bank JPMorgan. Bei ähnlichen Fällen in der Vergangenheit hätten die Aktienmärkte stets dann ihre Tiefstände erreicht, wenn die Zahl der Opfer und die Schlagzeilen in der Presse auf Höchststände gestiegen seien.

An Europas Börsen zählte die Luxusgüterbranche zu den Verlierern: Papiere von Kering fielen am Ende des EuroStoxx 50 um 2,1 Prozent und LVMH-Aktien um 1,1 Prozent. Am Markt wird befürchtet, dass wegen des Coronavirus viele Chinesen auf Shopping-Touren zum chinesischen Neujahrsfest verzichten könnten. Bei diesen sind Luxusartikel beliebte Geschenke. An der Zürcher Börse zählten mit Richemont und Swatch zwei Anbieter von teuren Uhren wie schon am Vortag zu den grössten Verlierern.

Auch die Papiere global agierender Fluggesellschaften traf es am Dienstag hart: Lufthansa büssten 3,4 Prozent ein, Air France-KLM 2,6 Prozent und die Aktien der britisch-spanischen Airline IAG 3 Prozent. Sollte sich das Virus weiter ausbreiten, dürfte der globale Flugverkehr darunter leiden. Aktien von Hotelbetreibern wie Intercontinental oder Accor gerieten ebenfalls unter Druck.

Beim britischen Billigflieger Easyjet sorgten dagegen höhere Ticketpreise im Weihnachtsquartal für gute Stimmung. Der Kurs des Billigfliegers legte um 4m6 Prozent zu und setzte sich an die Spitze des FTSE-Index.

Die schweizerische Grossbank UBS enttäuschte mit überraschend stark gekürzten Renditezielen. Um 4,5 Prozent ging es für die in Zürich gelisteten Papiere nach unten. Credit Suisse verloren in ihrem Sog 1,3 Prozent. (awp/mc/ps)

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