EU-Schluss: EuroStoxx50 gewinnt 0,5% auf 3417 Punkte

Boerse

Paris – Die europäischen Leitbörsen haben am Mittwoch den Dreh ins Plus geschafft. Nachdem zuletzt der wieder aufgeflammte Handelskonflikt zwischen den USA und China die Anleger verstimmt hatte, entschieden sie sich zur Wochenmitte für einen Erholungsversuch. Der EuroStoxx50 wechselte erst munter seine Vorzeichen, ging aber am Ende 0,47 Prozent höher bei 3417,26 Punkten aus dem Handel.

Die Anleger wurden wieder etwas mutiger, bevor die Gespräche der beiden um Zollschranken streitenden Nationen am Donnerstag weiter gehen sollen. Die positive Marschrichtung gaben dabei die US-Börsen vor: Nach zögerlichem Auftakt war der Dow Jones Industrial an der Wall Street ebenfalls ins Plus gedreht. Schon nach einem Tag kehrte er wieder über die Marke von 26 000 Punkten zurück.

Das gleiche Bild zeigte sich auch an den wichtigsten europäischen Länderbörsen, allen voran dem deutschen Dax mit einem Plus von 0,7 Prozent. In Paris setzte sich der Cac 40 mit 0,40 Prozent und 5417,59 Punkten ins Plus ab. In London schaffte es der FTSE 100 jedoch nur etwas knapper mit 0,15 Prozent und 7271,00 Punkten in die Gewinnzone.

Favorit in Europa war am Ende der Technologiesektor, der mit Rückenwind guter Zahlen des Softwareunternehmens Amadeus IT auf ein Plus von 1 Prozent kam. Die Titel des Spezialisten für Ticketbuchungssysteme gewannen in Madrid 3,5 Prozent und mischten sich so im EuroStoxx unter die grössten Gewinner.

Knapp dahinter lagen in der Branchenwertung die Medien- und Industriegütersektoren mit Aufschlägen von knapp 0,7 Prozent. In letzterem sorgte die Siemens-Aktie mit einem Kurssprung um 4,6 Prozent als Spitzenreiter im EuroStoxx für Aufsehen. Der Industriekonzern steht vor seiner grössten Transformation seit Jahren.

Der Reise- und Freizeitsektor blieb derweil mit 1,25 Prozent der grösste Verlierer. Am Markt hiess es, dass wegen eines Fluglotsenstreiks in Frankreich am Donnerstag Behinderungen im Luftverkehr drohen. Hinzu kamen steigende Ölpreise als weiterer Grund, weshalb zum Beispiel Fluggesellschaften unter Druck kamen. IAG fielen in London um 2,8 Prozent, aber auch die Aktien des Reiseveranstalters Tui kamen dort mit 3,8 Prozent unter Druck.

Schwach zeigte sich auch der Versorgersektor mit minus 1,2 Prozent. Unter den Einzelwerten im Energieversorgerbereich waren dort die Papiere der spanischen Endesa mit 1,9 Prozent Minus auffällig. Nach den Tags zuvor berichteten Quartalszahlen folgten nun Abstufungen. So strichen sowohl die Investmentbank Mainfirst als auch das Analysehaus Kepler Cheuvreux ihre Kaufempfehlungen.

Auf Unternehmensseite war der aktienbewegende Nachrichtenfluss eher negativ geprägt. In Spanien standen die Anteile von Ferrovial nach Quartalszahlen mit einem Kursrutsch um 2,9 Prozent im Mittelpunkt. Das Bauunternehmen hatte für das abgelaufene erste Jahresviertel einen Verlust von fast 100 Millionen Euro gemeldet.

In London bremsten Enttäuschungen bei ITV und Imperial Brands nach vorgelegten Geschäftsberichten merklich die Stimmung. Beide Papiere waren im „Footsie“ mit einem Kursrutsch um mehr als 6 Prozent die Schlusslichter. Bei ITV wurde dies damit begründet, dass der TV-Konzern wegen der Brexit-Unsicherheit mit einem schwächelnden Werbegeschäft im ersten Halbjahr rechnet.

Der Tabakkonzern Imperial Brands überraschte zwar positiv mit seinem operativen Gewinn im ersten Geschäftshalbjahr, doch die Umsätze blieben hinter den Erwartungen zurück. Zudem verlangsamte sich auch das Wachstum im US-Geschäft mit E-Zigaretten. Alles in allem könnten daher die Jahresziele womöglich nicht erreicht werden, so die Sorge am Markt. (awp/mc/pg)

 

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