EU-Schluss: Schwacher Euro verhilft zu Kursgewinnen

Boerse

Paris – Europas grosse Aktienmärkte haben am Mittwoch kräftig zugelegt. Rückenwind erhielten die Kurse vom Devisenmarkt, wo der Euro die Abwärtsbewegung zum US-Dollar vom Vortag fortsetzte. Mit einer schwächeren Gemeinschaftswährung verbessern sich tendenziell die Exportchancen von Unternehmen aus dem Euroraum. Seit Beginn der Euro-Rally Ende Mai hatte der Euro mit elf US-Cent sehr stark aufgewertet und war am Dienstag erstmals seit mehr als zwei Jahren über 1,20 Dollar gestiegen.

Der EuroStoxx50 stieg um 1,84 Prozent auf 3337,77 Punkte. Damit machte der Eurozonen-Leitindex zwar die Schwäche der vergangenen Tage wieder wett, verblieb aber unter dem hartnäckigen Widerstand bei 3400 Punkten. Diesen hatte der Index letztmals im Juli überwunden, war aber rasch wieder darunter gefallen. Für den französischen Cac 40 ging es am Mittwoch um 1,90 Prozent auf 5031,74 Punkte hoch und der britische FTSE 100 gewann 1,35 Prozent auf 5940,95 Zähler.

Im marktbreiten Stoxx Europe 600 gab es mit dem Bankensektor nur einen Verlierer. Am besten schlug sich der Sektor der Konsumgüterhersteller mit einem Plus von 2,5 Prozent. Für den Technologiesektor ging es im Fahrwasser der starken US-Technologiebörse Nasdaq um 2 Prozent hoch auf ein Rekordhoch.

Nachrichten zu europäischen Unternehmen waren zur Wochenmitte dünn gesät. Bei Pernod Ricard konnten sich die Anleger dank starker Zahlen über einen Kursgewinn von 2,6 Prozent freuen. Der vor der Aufnahme in den EuroStoxx 50 stehende Spirituosenhersteller litt im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht so stark unter der Corona-Pandemie wie zunächst vom Management befürchtet. Er konnte trotz eines strapaziösen Schlussquartals die Belastungen durch Sparmassnahmen abfedern. Analysten bewerteten die Zahlen überwiegend als positive Überraschung, bemängelten aber unklare Zukunftsaussichten.

Aktien von Roche setzten sich mit einem Plus von mehr als drei Prozent an die Spitze des schweizerischen Leitindex SMI . Der Pharmakonzern wird noch im laufenden Monat einen Corona-Antigen-Schnelltest auf den Markt bringen. Bei diesem soll das Ergebnis in der Regel innerhalb von 15 Minuten feststehen.

An der Mailänder Börse schossen die Anteilscheine des Infrastrukturkonzerns Atlantia um gut 16 Prozent hoch. Ihnen half ein Medienbericht, wonach die Familie Benetton als Grossaktionär in Gesprächen einen langwierigen Streit mit dem italienischen Staat beizulegen versucht. (awp/mc/pg)

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