EU-Schluss: Ukraine-Krise drückt viele Börsen noch ins Minus

EU-Schluss: Ukraine-Krise drückt viele Börsen noch ins Minus

London – Eine plötzliche Verschärfung der Ukraine-Krise hat die europäischen Aktienmärkte kurz von dem Wochenende noch ins Minus gedrückt. Der EuroStoxx-50-Index ging am Freitag 0,81 Prozent tiefer bei 3033,52 Punkten aus dem Handel. Auf Wochensicht blieb für den Eurozonen-Leitindex aber ein Plus von etwas mehr als einem Prozent. Der Pariser CAC-40-Index ging mit einem Tagesminus von 0,74 Prozent auf 4174,36 Punkte ins Wochenende. Der Londoner Leitindex FTSE 100 gewann 0,06 Prozent auf 6689,08 Punkte.

Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner sagte: «Die politische Unsicherheit ist plötzlich wieder zurück. Die Meldung über militärische Aktivitäten in der Ukraine haben den Börsen weltweit einen ordentlichen Nackenschlag verpasst.» Berichten zufolge hat die Ukraine einen bewaffneten Konvoi Russlands angegriffen und teilweise zerstört. Gerade vor dem Wochenende wolle niemand auf dem falschen Fuss erwischt werden, sagte Lipkow. Deshalb hätten sich einige Anleger noch schnell aus Aktien zurückgezogen. Bis zum Nachmittag hatten sich die Börsen weiter erholt. Börsianer verwiesen auf Hoffnungen auf eine anhaltend lockere Geldpolitik der weltweit wichtigsten Notenbanken.

Vor allem Autowerte gerieten vor dem Wochenende unter Druck: Der europäische Branchenindex Stoxx-600-Index Autos & Parts stellte mit minus 1,74 Prozent den schwächsten Sektor. Die deutschen Autowerte Daimler und BMW verloren besonders deutlich. Tagesverlierer im Eurostoxx-50-Index waren aber Bayer-Aktien mit einem Abschlag von 2,33 Prozent. In London hielt das Medizintechnikunternehmen Smith & Nephew mit minus 2,21 Prozent auf 1018 Pence die rote Laterne im «Footsie». Morgan Stanley stufte das Papier ab.

Gegen den schwächeren Markttrend stemmten sich vor allem die Einzelhandelswerte: der Branchenindex Stoxx 600 Retail führte mit einem Plus von 0,31 Prozent die europäische Sektorübersicht an. In London zählten die Papiere der Supermarktketten Morrison Supermarkets (+1,41%) und Tesco (+1,14%) zu den besten Werten. Die Branche rückte laut Händlern unter anderem wegen der Zahlenvorlagen von US-Wettbewerbern in den Blick.

Aber auch beim schwedischen Bekleidungshändler Hennes & Mauritz (H&M) sorgte der Umsatzanstieg im Juli für ein Kursplus von 0,66 Prozent. Die Aktien von Electrolux zogen um 0,81 Prozent an, nachdem der Haushaltsgeräte-Hersteller sein Interesse an den Aktivitäten von General Electric (GE) geäussert hatte, die der US-Mischkonzern verkaufen will. (awp/mc/upd/ps)

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