EU-Verlauf: Etwas leichter – S&P-Abstufungen belasten

EU-Verlauf: Etwas leichter – S&P-Abstufungen belasten

London – Der Rundumschlag der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat am Montag die europäischen Aktienmärkte belastet. Zu den von einigen befürchteten Kursstürzen kam es nach den Abstufungen der Kreditwürdigkeit mehrerer Eurostaaten jedoch nicht. Der EuroStoxx 50 pendelte gegen Mittag zwischen Gewinnen und Verlusten und stand zuletzt mit moderaten 0,06 Prozent im Minus bei 2.336,71 Punkten. Der Pariser Cac 40 verlor 0,29 Prozent auf 3.187,24 Punkte. In London gab der FTSE 100 um 0,28 Prozent auf 5.620,78 Punkte nach.

Die Abstufung habe die Märkte nicht mehr überrascht, kommentierte Händlerin Anita Paluch von Gekko Global Markets. Sie seien erwartet worden, nachdem der Eurogipfel im Dezember keine nachhaltigen Lösungen gebracht habe. Die Schutzfunktion des Eurorettungsfonds EFSF für die schwächeren Länder der Eurozone könne jedoch schwinden, wenn die Kreditaufnahme für den Fonds nun schwieriger oder teurer werde.

Nach den Abstufungen durch S&P wiesen auch die Experten der HSBC darauf hin, dass nun Deutschland als einzige grosse Nation der Eurozone ihr Top-Rating behalte. Zudem sei Griechenland ein weiterer Unsicherheitsfaktor: Die am Freitag vorläufig unterbrochenen Gespräche zwischen dem internationalen Bankenverband IIF und der griechischen Regierung erhöhten die Möglichkeit einer Pleite, so die Experten.

Finanzwerte gehörten vor diesem Hintergrund in Europa zu den Verlierern: Der Teilindex Stoxx Europe 600 Banks fiel um 1,01 Prozent. Societe Generale gaben als schwächster EuroStoxx-Wert um 2,63 Prozent nach. Auch die Intesa SanPaolo, die Banco Santander, die BNP Paribas und die Credit Agricole verloren mehr als zwei Prozent.

Ebenfalls schwach zeigten sich Aktien von Reise- und Freizeitunternehmen. Die Branche wies in der Sektorwertung mit 1,33 Prozent die grössten Verluste auf. Aktien des Kreuzfahrt-Spezialisten Carnival brachen in London um 16,19 Prozent ein. Sie reagierten damit nach Händlerangaben auf das Unglück der «Costa Concordia» vor der italienischen Küste, dessen Reederei Costa Crociere zum weltweiten Branchenprimus Carnival gehört. Tui Travel hingegen gewannen bis zum Mittag um 3,28 Prozent. Die Experten der UBS hatten die Papiere zum Kauf empfohlen.

Der Sektor von Bau- und Baustoffkonzernen lag mit 1,00 Prozent Verlust ebenfalls deutlich im Minus. Papiere von Holcim rutschten in Zürich um 3,18 Prozent ab. Der Schweizer Baustoffkonzern hatte im vierten Quartal wegen eines Einbruchs des Zementverbrauchs in einigen Regionen der Welt ausserordentliche Abschreibungen von insgesamt 775 Millionen Euro verbuchen müssen. Die Analysten der DZ Bank sprachen in einer ersten Reaktion von einer negativen Überraschung und wollten ihre Empfehlung für die Aktie überprüfen.

An der Spitze der Sektorwertung lagen ein Europa Auto- und Zulieferwerte. Die im Stoxx Europe 600 Automobiles notierten Werte stiegen um durchschnittlich 1,80 Prozent. (awp/mc/ps)

Euronext

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