EU-Schluss: ESTX50 verliert 0,2% auf 3’571 Punkte

Boerse

London – Die Anleger an Europas wichtigsten Börsen sind am Dienstag nach einem vielversprechenden Wochenstart wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden. Der EuroStoxx 50 gab um 0,16 Prozent auf 3570,57 Punkte nach.

Ein schwächerer und somit exportfördernder Euro sowie eine erneut verbesserte Stimmung der Unternehmen im Euroraum halfen nicht. Einzelhandelsumsätze aus der Eurozone hatten enttäuscht.

Für den französischen Leitindex CAC-40 ging es um 0,26 Prozent auf 5375,53 Punkte runter. Der Londoner FTSE 100 sank um 0,16 Prozent auf 7327,50 Punkte, nachdem er zuvor noch im Plus notiert und von der Schwäche des Pfund profitiert hatte. (awp/mc/ps)

Entgegen allgemeiner Erwartungen waren Grossbritanniens Premierministerin Theresa May und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Montagabend zu keinem Ergebnis bei den Brexit-Verhandlungen gekommen. Hauptstreitpunkt war diesmal die Frage, wie Grenzkontrollen zwischen dem EU-Staat Irland und dem britischen Nordirland vermieden werden können.

Wenngleich sich anfangs ein wenig Enttäuschung in Grossbritannien breitgemacht habe, zeige der optimistische Tenor der Mitteilung, dass es durchaus noch zu einer Einigung kommen könnte, schrieb CMC-Markets-Analyst Michael Hewson. Zugleich begründete sein Kollege David Madden die positive „Footsie“-Reaktion auf die Verzögerung mit dem daraufhin fallenden Pfund. „Der britische Leitindex umfasst einen hohen Anteil an internationalen Unternehmen, die für Investoren bei einem schwachen Pfund attraktiver werden“, so der Experte.

Generell hat sich die Stimmung britischer Dienstleistungsunternehmen im November aber trotzdem überraschend deutlich verschlechtert. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex fiel um knapp 2 Punkte auf rund 54 Zähler, wie das Forschungsinstitut IHS Markit am Dienstag in London mitteilte. Volkswirte hatten mit einem geringeren Rückgang gerechnet.

Im gesamten Euroraum hat sich die Stimmung im November demgegenüber wiederholt verbessert. Für die Gesamtwirtschaft erhöhte sich der Index hier wie erwartet um 1,5 Punkte auf 57,5 Zähler. Der aktuelle Wert ist der höchste seit rund sechseinhalb Jahren – Markit-Chefökonom Chris Williamson sprach von einem „fulminanten Jahresausklang“. (awp/mc/ps)

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