EU-Schluss: ESTX50 verliert 0,77% auf 3556,38 Punkte

EU-Schluss: ESTX50 verliert 0,77% auf 3556,38 Punkte

Paris – Das weiter andauernde Tauziehen um die griechischen Schulden und die Turbulenzen am Anleihemarkt haben die Anleger am Donnerstag verunsichert und Europas Aktienmärkte belastet. Gleichwohl konnte der EuroStoxx 50 bis zum Abend einen Teil seiner Verluste wieder wettmachen. Der Leitindex der Eurozone schloss schliesslich 0,77 Prozent tiefer bei 3556,38 Punkten.

Auf die Sprünge hatte dem Index kurzfristig der Internationale Währungsfonds (IWF) geholfen. Dieser hatte für eine spätere erste Leitzinsanhebung in den USA plädiert. Angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Aussichten sei eine Zinserhöhung im ersten Halbjahr 2016 sinnvoll, so der IWF. Bislang rechnen die Finanzmärkte damit, dass die Fed in diesem Sommer oder im Herbst die Zinsen erhöht. Der Boom der Aktienmärkte in den vergangenen Jahren wird vorrangig auf das billige Geld der Notenbanken zurückgeführt.

Die Börsen in Frankreich und Grossbritannien schlossen ebenfalls mit Verlusten. Der CAC 40 in Paris rutschte um 0,93 Prozent auf 4987,13 Punkte ab, der Londoner FTSE 100 gab um 1,31 Prozent auf 6859,24 Zähler nach.

An der Börse in Griechenland fiel der Leitindex ASE um mehr als 1 Prozent, nachdem es bei einem Brüsseler Treffen zwar eine Annäherung, aber noch keine Lösung gegeben hatte. Nun wird ein weiteres, möglicherweise entscheidendes Krisentreffen auf Spitzenebene geplant, das nach Eurozone-Kreisen möglicherweise schon an diesem Freitag stattfinden könnte.

Sorgen bereiteten die Anlegern neben Griechenland auch die stark schwankenden Anleihemärkte. So hatte sich der Ausverkauf an diesem Markt zunächst fortgesetzt und im Gegenzug waren die Renditen vieler Länder gestiegen. Im Verlauf drehte sich die Entwicklung jedoch um. In der Folge rutschte auch der Euro wieder ab. Er stand am Abend unter 1,13 Dollar, zuvor hatte sich die europäische Gemeinschaftswährung der Marke von 1,14 Dollar angenähert.

Die Entwicklung der Renditen an den Anleihemärkten ist wichtig, da sie im Fall eines Anstiegs Aktien im Gegenzug weniger attraktiv machen. Der Euro wiederum hat entscheidenden Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Eine anziehende Gemeinschaftswährung macht deren Waren ausserhalb der Eurozone teurer und kann daher die Absatzchancen mindern.

Im europäischen Branchentableau gab es fast nur Verlierer. Einzig der Index der Immobilienwerte konnte zulegen und rückte um 0,90 Prozent vor. Immobilienwerte sind aktuell stark von der Entwicklung der Renditen an den Anleihemärkten abhängig. Sinkende Metallnotierungen drückten die Rohstoff-Aktien , die mit minus 2,35 Prozent die deutlichsten Verluste hinnehmen mussten. Im Sog des fallenden Ölpreises verloren die Papiere der Ölkonzerne im Mittel 2,09 Prozent.

Den Eurostoxx führte am Abend der Immobilienkonzern Unibail-Rodamco mit einem Kursplus von 2,60 Prozent auf 231,05 Euro an. Am oberen Index-Ende landeten auch die Papiere der Deutsche Telekom . Sie verteuerten sich um 1,32 Prozent, nachdem das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet hatte, die US-Mobilfunktochter T-Mobile US und der US-Satellitenfernsehbetreiber Dish Network befänden sich in Gesprächen über eine mögliche Fusion. In London verloren die Papiere von Royal Mail rund fünf Prozent. Zuvor hatte die britische Regierung verkündet, sie plane sich von ihrem verbliebenen 30-prozentigen Anteil am Postdienst des Landes zu trennen. (awp/mc/pg)

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