EU-Schluss: Moderates Plus nach Kursrutsch der Vorwoche

EU-Schluss: Moderates Plus nach Kursrutsch der Vorwoche

Paris – Die europäischen Börsen haben sich nach dem Kursrutsch der Vorwoche am Montag etwas stabilisiert. Marktanalyst Jasper Lawler von CMC Markets sprach von einer moderaten Erholung, welche von der Hoffnung auf eine länger lockere Geldpolitik in den USA und Grossbritannien gestützt worden sei. Zudem habe es gute Handelsdaten aus China gegeben.

Der EuroStoxx 50 pendelte um seinen jüngsten Schlusskurs und ging letztlich 0,23 Prozent fester bei 2’998,32 Punkten aus dem Handel. Am Freitag hatte sich der Leitindex der Eurozone mit minus viereinhalb Prozent und damit dem grössten Wochenverlust seit September 2012 verabschiedet. Börsianer hatten dies auf Ängste vor einer weltweiten Konjunkturabkühlung zurückgeführt. Der Cac-40-Index in Paris legte am Montag um 0,12 Prozent auf 4’078,70 Punkte zu, und der Londoner FTSE 100 schaffte ein Plus von 0,41 Prozent auf 6’366,24 Punkte.

Trotz der Stabilisierung zum Wochenbeginn bleiben die Wirtschaftssorgen das alles dominierende Thema an der Börse. Dabei wachsen insbesondere die Zweifel, ob die jüngsten Massnehmen der Europäischen Zentralbank (EZB) ausreichen werden, um die Konjunktur zu stützen. Denn Europa läuft laut dem Internationalen Währungsfonds Gefahr, in eine erneute Rezession zu rutschen. Auch Japan und China wachsen für manche Beobachter zu langsam. Insofern könnte sich EZB-Chef Mario Draghi genötigt sehen, zum umstrittenen Mittel der breit angelegten Anleihekäufe zu greifen.

In der letzten Woche hatte die Nervosität an den Aktienmärkten bereits deutlich zugenommen. So war das „Angstbarometer“ VStoxx am Freitag auf den höchsten Wert seit Februar gestiegen. Die Kennziffer gilt als Mass für die Schwankungen des EuroStoxx.

Branchenweit schlugen sich in Europa zum Wochenauftakt die Rohstoffwerte am besten: Im Stoxx Europe 600 setzte sich der Subindex mit plus 2,79 Prozent an die Spitze. Dagegen gab der Index für die Einzelhandelsunternehmen als Schlusslicht um 1,13 Prozent nach.

Kursbewegende Nachrichten zu Einzelwerten gab es am Montag kaum. Bei Luxottica sorgte der Weggang von Finanzchef Enrico Cavatorta für Kursvwerluste von 9,23 Prozent – erst vor einem Monat hatte Unternehmenschef Andrea Guerra den italienischen Brillenhersteller verlassen.

Für STMicroelectronics ging es um 4,64 Prozent bergab, nachdem die US-Investmentbank Morgan Stanley die Titel des Chipherstellers abgestuft hatte und nun eine Untergewichtung empfiehlt. Im Aktienkurs sei bisher bereits eine nachlassende Nachfrage eingepreist, schrieb Analyst Francois Meunier. (awp/mc/hfu)

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