EU-Schluss: ESTX50 gewinnt 1,2% auf 3’436 Punkte

Boerse

London – Hoffnungen auf einen in Kürze beigelegten Handelsstreit zwischen den USA und China sowie besser als befürchtete Stimmungsdaten aus China und der Eurozone haben am Mittwoch die europäischen Börsen auf Halbjahreshochs getrieben.

Der EuroStoxx 50 stieg den vierten Handelstag in Folge und gewann letztlich 1,17 Prozent auf 3435,56 Punkte. Damit schloss der Leitindex der Eurozone auf dem höchsten Stand seit Ende September. Der Cac 40 folgte dem EuroStoxx in Paris nach oben. Der französische Leitindex rückte um 0,84 Prozent auf 5468,91 Zähler vor und erreichte ebenfalls ein Sechsmonatshoch.

Der britische Leitindex FTSE 100 (Footsie) kletterte mit plus 0,37 Prozent auf 7418,28 Punkte zwar moderater nach oben, doch auch er schloss auf dem höchsten Stand seit einem halben Jahr. In Grossbritannien enttäuschten vor allem schwache Stimmungsdaten. Im Dienstleistungssektor hatte sich der entsprechende Einkaufsmanagerindex deutlich eingetrübt. Die Kennzahl lag, wahrscheinlich wegen des weiter ungeklärten Brexit, unterhalb der Wachstumsschwelle.

Unter den 19 europäischen Branchen gab es nur einen Verlierer: Der Gesundheitssektor gab um 0,2 Prozent nach. Zu den Favoriten zählten die konjunktursensiblen Rohstoffwerte mit plus 1,8 Prozent. Die brasilianische Regierung ordnete aus Sicherheitsgründen die Stilllegung vieler Minendämme an und schürte so Sorgen um eine Angebotsknappheit.

Auch Bankaktien waren gefragt. Die Anteile der UBS etwa kletterten um 1,5 Prozent nach oben. Die schweizerische Grossbank hat Insidern zufolge ein Auge auf die Deutsche-Bank-Fondstochter DWS geworfen. Die UBS spiele derzeit Möglichkeiten für ihr eigenes Fondsgeschäft durch, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Die Santander-Aktien stiegen um 2,0 Prozent. Die spanische Grossbank will ihre Prozesse digitalisieren und so vor allem Kosten in Europa senken.

Zu den schwächsten Werten im „Footsie“ zählten die Aktien von Tabakherstellern. British American Tobacco gaben um knapp 2 Prozent nach und Imperial Brands um rund 4 Prozent. Die US-Gesundheitsbehörde FDA prüft zurzeit einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Konsum von E-Zigaretten und krampfartigen Anfällen bei Rauchern. Elektro-Zigaretten gelten als der Wachstumsmotor der Branche.

Unter den Nebenwerten in London ging es zudem für die Papiere des Textilhändlers Superdry weiter abwärts. Nach einem Vortagesverlust von rund 9 Prozent verloren die Aktien nun weitere 8 Prozent. Der Machtkampf zwischen dem Co-Gründer Julian Dunkerton und dem aktuellen Management eskalierte. Nachdem sich mehr als die Hälfte der Aktionäre dafür ausgesprochen hatte, dass Dunkerton nach rund einjähriger Abwesenheit den Posten eines nicht geschäftsführenden Mitglieds der Geschäftsleitung übernehmen soll, waren leitende Manager zurückgetreten. Nun ist Dunkerton Interims-Chef. Umstritten ist vor allem die zuletzt beschlossene Angebotsverbreiterung über die Mäntel und Jacken hinaus, für die Superdry bislang bekannt ist.

Die Anteilscheine von CMC Marktes, die zwischenzeitlich um mehr als 10 Prozent abgesackt waren, schlossen mit minus 1,2 Prozent. Angesichts schärferer Regulierungsvorschriften rechnet das Handelshaus nun mit einem Umsatzrückgang im Geschäft mit sogenannten Differenzkontrakten. Mit dieser speziellen Form von Terminmarktgeschäften können Privatanleger ihren gesamten Einsatz verlieren. (awp/mc/ps)

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