EU-Schluss: ESTX50 legt 3,5% auf 3074 Punkte zu

EU-Schluss: ESTX50 legt 3,5% auf 3074 Punkte zu

Paris – Europas Aktienmärkte haben ihre Vortagesverluste infolge der geldpolitischen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) mehr als wettgemacht. Der EuroStoxx50 brannte am Freitag ein Kursfeuerwerk ab und zog um 3,47 Prozent auf 3073,80 Punkte an. Es war der grösste prozentuale Tagesgewinn seit August letzten Jahres. Auf Wochensicht ergab dies ein Plus von 1,20 Prozent.

Der Pariser CAC-40-Index kletterte am Freitag um 3,27 Prozent auf 4492,79 Punkte nach oben. In London stieg der FTSE 100 um 1,71 Prozent auf 6139,79 Punkte.

Die Anleger hätten am Donnerstag überreagiert und seien mittlerweile zu einer Neubewertung der gestrigen geldpolitischen Beschlüsse der EZB gekommen, begründete ein Händler die Kurssprünge. Am Vortag hatten die europäischen Aktienmärkte zunächst mit deutlichen Gewinnen auf die überraschend stark gelockerte Geldpolitik reagiert. Kurz danach waren jedoch Kommentare von EZB-Präsident Mario Draghi dahingehend interpretiert worden, dass dies „die letzte Patrone“ der Währungshüter gewesen sei – was für massive Verluste in ganz Europa gesorgt hatte.

Am Ende der Woche jedoch überwog die Sichtweise, dass Draghi mit seinen Massnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur erst einmal den Märkten geholfen hat. Die Europäische Zentralbank hatte am Donnerstag alle wichtigen Leitzinsen gesenkt, ihr milliardenschweres Wertpapierkaufprogramm ausgeweitet und neue Langfristkredite aufgelegt.

Aus Branchensicht standen europaweit Bankenwerte ganz oben in der Anlegergunst. Deren Sektor-Index schnellte um 4,89 Prozent in die Höhe. Besonders das aufgestockte Anleihekaufprogramm der EZB dürfte vielen Instituten einen höheren Gewinn bringen, sagte Aktienhändler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner. Dementsprechend zogen an der EuroStoxx-Spitze die Anteilsscheine des italienischen Finanzinstituts Unicredit um rund neuneinhalb Prozent an.

Ebenfalls stark gefragt waren Aktien aus der Versicherungsbranche mit einem Plus von 4,08 Prozent. Die britische Gesellschaft Aviva hatte den operativen Gewinn 2015 kräftig gesteigert und damit die Erwartungen übertroffen. Zudem soll es für das abgelaufene Jahr eine Dividende von 20,8 Britische Pence je Aktie geben. Die Anteilsscheine waren mit einem Gewinn von mehr als 6 Prozent der beste Wert im FTSE 100.

Papiere von ArcelorMittal gewannen an der Spitze des CAC 40 mehr als 11 Prozent. Die Analysten von Morgan Stanley hatten die Aktien des weltgrössten Stahlherstellers in einer Ersteinschätzung zum Kauf empfohlen. (awp/mc/pg)

Euronext

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