EU-Schluss: EuroStoxx auf dem höchsten Stand seit 2008

EU-Schluss: EuroStoxx auf dem höchsten Stand seit 2008

Paris – Erfreuliche Aussagen der US-Notenbank (Fed) haben den EuroStoxx 50 am Donnerstag auf den höchsten Stand seit September 2008 getrieben. Für den Eurozonen-Leitindex ging es zum Handelsschluss um 1,09 Prozent auf 3314,80 Punkte nach oben. Der Pariser Leitindex CAC 40 gewann 0,72 Prozent auf 4563,04 Punkte. In London stieg der FTSE-100-Index („Footsie“) um 0,44 Prozent auf 6808,11 Punkte.

Die Fed sieht nach dem wetterbedingt schwachen Jahresauftakt eine Erholung der US-Wirtschaft und eine weitere Verbesserung am Arbeitsmarkt. Fed-Chefin Janet Yellen bekräftigte zudem, dass der Leitzins nach dem Ende der konjunkturstützenden Anleihekäufe für eine beachtliche Zeit niedrig bleiben werde. Damit ist eine Zinswende in den USA weiterhin nicht in Sicht. „Auch wenn die Sitzung des Offenmarktausschusses letztlich mehr oder weniger ein Non-Event war, so scheint dies doch genau das zu sein, was der Markt erhofft hatte“, sagte Händler Markus Huber von Peregrine & Black.

Durchwachsene US-Konjunkturdaten dämpften die Stimmung an den Aktienmärkten nur wenig. So hatte sich zwar das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im Juni überraschend aufgehellt. Der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren im Mai allerdings war nicht ganz so stark wie erwartet gestiegen.

Konjunktursensible Baustoffwerte führten europaweit das Branchentableau mit plus 1,22 Prozent an. Aktien von Saint-Gobain waren im EuroStoxx Favorit mit einem Zugewinn von 3,85 Prozent, CRH-Papiere stiegen um 3,28 Prozent. Auch alle anderen Sektoren in Europa legten zu.

Die Anteilsscheine von Electricite de France (EdF) brachen am Ende des CAC 40 um 7,69 Prozent ein. Die Umwelt- und Energieministerin Frankreichs, Segolene Royal, hatte am Morgen dem Sender RMC Radio gesagt, dass die Energiepreise am 1. August nicht wie geplant um fünf Prozent angehoben würden.

Zweitschwächster Wert waren die Titel von Alstom , die um rund sechs Prozent absackten. Der US-Industriekonzern General Electric will sich den Zugriff auf das Energiegeschäft der Franzosen durch das Versprechen einer engen Kooperation sichern. Nachdem der deutsche Rivale Siemens zusammen mit der japanischen Mitsubishi Heavy Industries ein Gegenangebot gemacht hatte, legten die Amerikaner nun nach. Sie bewerten Alstom dabei aber weiter mit 12,35 Milliarden Euro. Alstom-Anleger hingegen hatten auf einen Bieterwettkampf zwischen GE und Siemens gehofft. Siemens-Titel schlossen rund ein Prozent höher, die GE-Titel legten zuletzt in New York um 0,75 Prozent zu.

An der Spitze des britischen „Footsie“ sprangen die Papiere von Rolls Royce um mehr als acht Prozent hoch. Der Triebwerkshersteller plant, bis Ende des Jahres eigene Aktien in einem Volumen von einer Milliarde britischen Pfund zurückzukaufen. Zudem bestätigte das Management die Jahresziele des Unternehmens. Index-Schlusslicht waren die Titel von Vodafone mit minus 1,64 Prozent. Händlern zufolge hat die US-Bank Merrill Lynch die Kaufempfehlung für die Papiere gestrichen. (awp/mc/pg)

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