EU-Schluss: Spannungen zwischen USA und China belasten

Boerse

Paris – Die immer mehr zunehmenden Spannungen zwischen den Grossmächten USA und China haben die Anleger an Europas Aktienmärkten am Mittwoch sichtlich Nerven gekostet. Die Kurse traten auf breiter Front den Rückzug an. Der EuroStoxx50 verlor 1,02 Prozent auf 3370,76 Punkte. Am Vortag war das Börsenbarometer noch auf den höchsten Stand seit Ende Februar gestiegen.

Die USA haben die Schliessung des chinesischen Konsulats in der texanischen Stadt Houston angeordnet und die Spannungen zwischen beiden Ländern damit deutlich verschärft. Die Schliessung erfolge, «um geistiges amerikanisches Eigentum und private amerikanische Informationen zu schützen», sagte eine Sprecherin des US-Aussenministeriums. Chinas Aussenamtssprecher Wang Wenbin sprach von einem «ungeheuerlichen und ungerechtfertigten Schritt». Er forderte die USA auf, die Entscheidung sofort zurückzunehmen.

In Paris sank der Cac 40 um 1,32 Prozent auf 5037,12 Punkte. Für den FTSE 100 in London ging es um 1,00 Prozent auf 6207,10 Zähler nach unten.

Wegen der zunehmenden Einflussnahme Chinas in Hongkong hätten sich über den Beziehungen zwischen den beiden Grossmächten zuletzt ohnehin schon dunkle Wolken zusammengebraut, schrieb Analyst David Madden vom Broker CMC Markets. Der Streit um geistiges Eigentum und Diebstahl von Informationen könne nun «zum nächsten Kapitel frostiger Beziehungen werden».

Unter den europäischen Schwergewichten rückten ABB , Iberdrola , Akzo Nobel und Kingfisher mit Geschäftsberichten in den Fokus. Papiere des Industriekonzerns ABB gewannen als bester Wert im Züricher Leitindex SMI 2,8 Prozent. Analystin Daniela Costa von Goldman Sachs bezeichnete das zweite Jahresviertel von ABB als stark. Die Anteile des spanischen Versorgers Iberdrola verloren dagegen 1,4 Prozent, die des Farbenherstellers Akzo Nobel gaben um 1,0 Prozent nach.

Die Titel der britischen Baumarktkette Kingfisher schnellten um fast 15 Prozent nach oben. Laut dem Unternehmen wird der Vorsteuergewinn in der ersten Jahreshälfte höher ausfallen als im Vorjahr. Das sei recht aussergewöhnlich, wenn man bedenke, dass die Geschäfte in Grossbritannien wegen der Corona-Pandemie für mehr als einen Monat geschlossen gewesen seien, kommentierten die Analysten von Morgan Stanley. (awp/mc/pg)

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