EU-Verlauf: Im Plus

EU-Verlauf: Im Plus

Paris – Eine positiv verlaufene Auktion spanischer Geldmarktpapiere und der überraschend gestiegene ZEW-Index aus Deutschland haben die europäischen Aktienmärkte am Dienstag gestützt. Der EuroStoxx 50 gewann gegen Mittag 0,41 Prozent auf 2.278,86 Punkte. In Paris rückte der CAC 40 um 0,12 Prozent auf 3.093,29 Punkte vor, während der IBEX-35-Index in Madrid um 0,55 Prozent auf 8.427,40 Punkte kletterte. Der britische FTSE 100 verbuchte einen Kursaufschlag von 0,44 Prozent auf 5.451,79 Punkte. Am Nachmittag könnten Konjunkturdaten aus den USA für weitere Impulse sorgen.

Jede Auktion von Ländern wie Spanien oder Italien mit guter Nachfrage und erträglichen Zinskonditionen bringe die Märkte derzeit nach vorn, kommentierte ein Marktexperte. Die am Markt weiter vorhandenen Sorgen um Finanzierungsprobleme würden so gelindert. Die viertgrösste Euro-Wirtschaft Spanien konnte sich am Geldmarkt zu deutlich geringeren Zinsen refinanzieren. Anhand zweier Auktionen von Geldmarktpapieren mit Laufzeiten von 12 und 18 Monaten besorgte sich das südeuropäische Land insgesamt 4,94 Milliarden Euro, deutlich mehr als angestrebt. Die Nachfrage lag bei beiden Auktionen deutlich über dem Angebot. In Deutschland stieg die Konjunkturzuversicht im Dezember deutlich. «Bei den Konjunkturerwartungen scheint die Bodenbildung erreicht worden zu sein», sagte der Präsident des Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Wolfgang Franz.

Europaweit gefragt waren Auto-Aktien. Der entsprechende Branchenindex rückte mit plus 1,23 Prozent an die Spitze der Stoxx-600-Index-Übersicht. Händler verwiesen als Gründe auf die guten November-Absatzzahlen von Volkswagen (VW) und Audi . VW-Vorzüge zählten im europäischen Leitindex mit plus 1,67 Prozent zu den grössten Gewinnern. BMW-Titel schnitten sogar noch etwas besser ab. Auch die Anteilscheine der französischen Autobauer Renault und PSA Peugeot Citroen verteuerten sich. In Mailand kauften Anleger Fiat-Aktien.

Finanzwerte waren indes die grössten Verlierer. Die Spannungen im europäischen Bankensystem nehmen trotz der wichtigen Gipfelbeschlüsse vom vergangenen Freitag weiter zu. Am Dienstag näherten sich die eintägigen Einlagen der Geschäftsbanken bei der Europäischen Zentralbank (EZB) erstmals seit langem der Marke von 350 Milliarden Euro. Die eintägigen Einlagen und Ausleihungen der Banken bei der EZB gelten als Indikator für das Misstrauen der Institute untereinander. Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Banks verlor 0,18 Prozent. Vor allem die französischen Banken Societe Generale und BNP Paribas sackten ab und verloren zeitweise bis zu 3 Prozent.

In Paris rückten Papiere des französischen Atomkonzern Areva um 1,80 Prozent auf 19,545 Euro vor. Vorstandschef Luc Oursel will die Profitabilität mit den bereits gebauten Kernkraftwerken bis 2016 verdoppeln. Areva-Finanzvorstand Pierre Auboin sagte zudem, dass sich die Gewinnsituation von 2012 an wieder verbessern werde und eine Kapitalerhöhung nicht geplant sei. Lagardere sprangen um fast 5 Prozent auf 19,195 Euro nach oben, nachdem die Deutsche Bank die Titel des Verlagshauses von «Hold» auf «Buy» hochgestuft hatte.

Whitbread-Anteilsscheine waren Schlusslicht im Londoner «Footsie» mit einem Kursabschlag von 5 Prozent. Der Hotel-, Restaurant- und Kaffeekettenbetreiber hatte ein gebremstes Umsatzwachstum gemeldet. (awp/mc/pg)

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