EU-Schluss: EuroStoxx50 klettert 0,4% auf 3490 Punkte

Boerse

Paris – Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch ihre zuletzt gute Verfassung mit weiteren Kursgewinnen untermauert. Der EuroStoxx 50 kletterte um 0,37 Prozent auf 3490,89 Punkte. Den von eher kleinen Schwankungen geprägten Handelstag beendete der Leitindex der Eurozone damit in Reichweite seines Stunden zuvor erreichten Tageshochs. In der Spitze war es bis auf knapp 3495 Punkte aufwärts gegangen, was den höchsten Stand seit Anfang Februar bedeutete.

Hilfreich für die Märkte war zum Ende hin, dass die US-Börsen ihre zunächst moderaten Verluste in leichte Kursgewinne umwandeln konnten. Unerwartet schwache Inflationszahlen aus dem Euroraum hatten die Anleger derweil nur zeitweise intensiver beschäftigt. Für den französischen Leitindex CAC 40 ging es am Ende um ein halbes Prozent auf 5380,17 Punkte hoch – gestützt etwa auf Kursgewinne bei Danone nach Zahlen.

Der britische FTSE 100 legte sogar um 1,26 Prozent auf 7317,34 Punkte zu. Er reagierte vor allem positiv auf die im März deutlich gesunkene Inflationsrate. Erwartungen an eine baldige Zinsanhebung durch die britische Notenbank erhielten damit einen Dämpfer. Aktien gelten allgemein als Profiteur von niedrigen Zinsen.

In Paris kamen von Danone gute Umsatzzahlen. Der Lebensmittelhersteller hatte im Auftaktquartal von einer hohen Nachfrage nach Molkereiprodukten sowie nach Babynahrung in China profitiert. Analysten lobten die Entwicklung. Die Aktien gewannen 1,5 Prozent und waren damit sowohl im Cac 40 als auch im Eurostoxx Teil der Spitzengruppe.

Ein besser als erwartet ausgefallenes erstes Quartal verzeichnete auch der niederländische Chipindustrie-Ausrüster ASML . Analysten lobten die gute Auftragslage. Nach zuletzt gutem Lauf und erneut positivem Start rutschten die Aktien aber schnell ins Minus ab. Am Ende verloren sie sogar runde 2 Prozent und waren so das Schlusslicht unter den 50 Eurostoxx-Werten.

Schwäche zeigte europaweit der Autosektor, dessen Teilindex mit Abgaben von etwa 1 Prozent das Schlusslicht in der Branchenwertung war. Zuvor hatten Neuzulassungsdaten gezeigt, dass ein Einbruch am britischen Automarkt in Europa zunehmend den Gesamtmarkt belastet. Vor allem die Daimler-Aktien kamen mit mehr als 1 Prozent unter Druck – zusätzlich belastet durch einen negativen Analystenkommentar der Barclays-Bank.

In London sorgte das vom Shoppingcenter-Investor Hammerson zurückgezogene milliardenschwere Übernahmeangebot für den heimischen Konkurrenten Intu Properties für Bewegung in den beiden Aktien. Hammerson legten um gut 4 Prozent zu, Intu dagegen sackten in einem ähnlichen Grössenmass ab. Der Rückzug bei Intu folgt nur wenige Tage, nachdem der französische Konkurrent Klépierre seine Übernahmepläne für Hammerson vorerst ad acta gelegt hatte.

Im britischen Leitindex legten vor allem Rohstoffwerte deutlich zu, wie ein Aufschlag von mehr als 4 Prozent bei dem entsprechenden europaweiten Branchenindex zeigt. Rio Tinto etwa schnellten um 5,35 Prozent in die Höhe – auch begünstigt durch aktuelle Auslieferungszahlen. Glencore-Aktien setzten dem aber mit einem Anstieg um 7,65 Prozent die Krone auf.

Grösster Gewinner im Londoner „Footsie“ waren jedoch die Aktien von Mediclinic International mit einem Satz nach oben um mehr als 9 Prozent. Ein etwas über den Erwartungen liegender Ausblick des Klinikbetreibers auf das zweite Halbjahr entzückte dort die Anleger.

In Amsterdam gab es für die Heineken-Aktionäre hingegen keine guten Nachrichten. Die Papiere fielen um knapp 1,5 Prozent, nachdem der Gewinn der Brauerei im ersten Quartal gesunken war. (awp/mc/pg)

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