EU-Schluss: ESTX50 gewinnt 0,6% auf 3’414 Punkte

Boerse

London – Die Anleger an Europas Börsen haben nach zwei Tagen mit Verlusten wieder etwas mehr Risiko gewagt. Rückenwind kam am Donnerstag von der tonangebenden Wall Street, wo erfreuliche Konjunkturdaten für gute Laune gesorgt hatten.

Der EuroStoxx 50 stieg um 0,68 Prozent auf 3414,13 Punkte. Die Anleger hätten zumindest die jüngste Personalrochade in der US-Regierung langsam verdaut, schrieb Marktanalyst Michael van Dulken vom Handelshaus Accendo Markets. Die Sorge vor einem Handelskonflikt mit den USA bleibe aber weiter bestehen.

In Paris gewann der CAC-40 0,65 Prozent auf 5267,26 Punkte. Die zuvor veröffentlichten französischen Verbraucherpreise hatten wenig Einfluss, sie waren im Februar im Vergleich zum Vormonat stabil geblieben. Der britische FTSE 100 schloss 0,10 Prozent im Plus bei 7139,76 Punkten.

In den USA hatte sich die Stimmung in der Industrie im Bundesstaat New York im März überraschend spürbar aufgehellt. Zudem waren die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der der vergangenen Woche stärker gefallen als erwartet.

Ansonsten beschäftigte die Anleger nach dem Rauswurf von Aussenminister Rex Tillerson vor allem die Ernennung des neuen Wirtschaftsberaters von US-Präsident Donald Trump. Der TV-Moderator und Ökonom Larry Kudlow ging bereits mit ersten Äusserungen in einem Interview seines Senders CNBC auf Konfrontationskurs mit der Europäischen Union und China.

Aus Branchensicht verzeichneten europaweit Aktien von Unternehmen aus der Versicherungsbranche die grössten Zuwächse, sie kletterten um 1,58 Prozent. Hier sorgten gute Nachrichten von Generali für Auftrieb. Der italienische Konzern hatte im vergangenen Jahr trotz der Belastungen aus Naturkatastrophen mehr Gewinn erwirtschaftet als erwartet. Die Aktien verteuerten sich um gut 2 Prozent.

Mit Blick auf die weiteren Branchenvertretern legten die Aktien von Old Mutual in London um knapp 1 Prozent zu. Der Versicherer hatte erklärt, dass seine Aufspaltungspläne bis Jahresende auf einem guten Weg seien.

Am EuroStoxx-Ende fielen die Anteilsscheine von Unilever um 1 Prozent. Der Konsumgüterkonzern will seine Strukturen vereinfachen und gibt nach fast einhundert Jahren sein zweites Hauptquartier in London auf. Die britische Regierung beeilte sich mitzuteilen, dass dieser Schritt nichts mit dem Brexit zu tun habe – dennoch kam die Nachricht nicht gut an.

Für die Papiere der Societe Generale ging es um knapp 1 Prozent nach unten. Nach Differenzen im Zusammenhang mit dem Skandal um manipulierte Liborzinssätze verlässt nun Vize Didier Valet die französische Bank.

Enttäuscht zeigten sich die Anleger auch von der anhaltenden Umsatzflaute bei Hennes & Mauritz (H&M) . Die Bekleidungskette, die ohnehin mit Konkurrenzproblemen an vielen Stellen kämpft, hatte im ersten Geschäftsquartal bis Ende Februar auch wegen des unüblich warmen Wetters weniger erlöst als im Vorjahr. Die Anteilsscheine büssten rund 3 Prozent ein.

In Zürich schliesslich sackten die Aktien von Dufry um fast 7 Prozent ab. Der Reiseeinzelhändler hatte den Anlegern die Höhe der Dividende für 2017 und ein konkretes Margenziel für 2018 vorenthalten. (awp/mc/ps)

Euronext

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