EU-Schluss: ESTX50 rückt 0,4% auf 3’587 Punkte vor

Boerse

London/Paris –  Europas Börsen haben am Dienstag an ihren freundlichen Wochenauftakt angeknüpft. Als Kursstützen erwiesen sich der weiter schwache Euro sowie positive Unternehmensnachrichten aus der Telekom- und Autobranche. Auch am Mailänder Aktienmarkt, der zuletzt vom Schrecken über das Regierungsprogramm der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung und der fremdenfeindlichen Lega belastet worden war, beruhigten sich die Gemüter. Außerhalb des Währungsraums kletterte der Londoner Leitindex sogar auf ein Rekordhoch.

Der EuroStoxx 50 schloss 0,41 Prozent höher bei 3587,25 Punkten. Der Pariser CAC 40 schaffte ein knappes Plus von 0,05 Prozent auf 5640,10 Punkte. Der Mailänder FTSE MIB gewann 0,54 Prozent auf 23’216,57 Zähler – an den vergangenen vier Handelstagen war er insgesamt um fast 5 Prozent gefallen.

Gleich mehrere positive Nachrichten heizten die Kauflaune bei verschiedenen Branchen an. So profitierten der französische Telekommunikationssektor von einer neu angefachten Konsolidierungsfantasie in der Branche. Die Automobilwerte kamen in Schwung, nachdem China die Einfuhrzölle gesenkt hatte und bei Thyssenkrupp wurde an der Börse darauf gesetzt, dass ein aktivistischer Investor einsteigt. Der DAX notierte 0,7 Prozent höher bei 13.170 Punkten, der Euro-Stoxx-50 legte um 0,6 Prozent auf 3.595 Zähler zu.

 Der Mailänder Index zeigte sich unterdessen um 0,7 Prozent von seinem kräftigen Rücksetzer des Vortages erholt. Der italienische Markt dürfte weiter eine Art Eigenleben führen, allerdings nicht ohne Störfeuer für die Nachbarbörsen und den Euro, hiess es. Die Vorstellungen der sich anbahnenden Regierung in Rom dürften Gesprächsthema bleiben.

Für die Aktien aus dem Sektor der französischen Telekomwerte ging es teils deutlich nach oben. Den Grund lieferte die Regulierungsbehörde für Telekommunikation, Arcep, die die Tür für eine Konsolidierung in der Branche weit geöffnet hatte. Wie der Leiter von Arcep, Sebastien Soriano, gegenüber der französischen Zeitung Le Monde sagte, sehe er eine gute Grundlage, dass die Betreiber Orange, Bouygues Telecom, Free und SFR erneut Fusionsgespräche führen könnten. Das beflügelte die Kurse in Paris: so legen Orange um 4,1 Prozent, Bouygues um 4,5 Prozent und Iliad, die Free betreiben, um 7,3 Prozent zu. SFR-Eigentümer Altice handelten auch aufgrund der Auswirkungen der Trennung des US-Geschäfts in Amsterdam 61,4 Prozent höher. Der Sektor der europäischen Telekomwerte notiert 1,9 Prozent im Plus.

Der Subindex der europäischen Automobilaktien legte um 0,9 Prozent zu. Die guten Nachrichten kamen aus China. Die chinesische Regierung hatte angekündigt, dass sie die Zölle für importierte Kraftfahrzeuge ab dem 1. Juli von 25 auf 15 Prozent senken werde. Die Importzölle auf Autoteile sollen auf 6 Prozent von bislang 8 bis 25 Prozent reduziert werden. Fiat legten um 1,7 Prozent zu – auch gestützt durch eine Kaufempfehlung der HSBC, VW stiegen um 2,0 Prozent und BMW um 2,6 Prozent.

Thyssenkrupp haussierten um 9,6 Prozent. Aktienhändler verwiesen auf eine Kreisemeldung bei Bloomberg, wonach der aktivistische Investor Paul Singer über seinen Hedgefonds Elliott bei Thyssenkrupp über 5 Prozent der Aktien zusammenkaufen wolle. «Hier dürften einige Shorties nervös geworden sein und ihre Positionen geschlossen haben», so ein Marktteilnehmer. Halfords brachen in London um 11,8 Prozent nach schwach ausgefallenen Ergebniszahlen ein. Auch andere britische Einzelhandelsaktien wurden davon in Mitleidenschaft gezogen.  Im TecDAX schossen Evotec um 11,6 Prozent nach oben. Das Biotechnologieunternehmen hatte mit Celgene eine strategische Partnerschaft in der Krebsforschung vereinbart. Evotec erhält eine Vorabzahlung von 65 Millionen Dollar und kann weitere Meilensteinzahlungen erwarten.(awp/mc/cs)

Euronext3587,3

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