EU-Schluss: EuroStoxx50 verliert 0,2% auf 3283 Punkte

Boerse

Paris – Neue Unsicherheit über den Fortgang der chinesisch-amerikanischen Handelsgespräche hat Europas Börsen am Mittwoch belastet. Neben höheren Importen von US-Waren durch die Chinesen dränge die US-Regierung nun auf „signifikante strukturelle Veränderungen“, sagte der Handelsbeauftragte von US-Präsident Donald Trump, Robert Lighthizer. Konkret nannte er die Bereiche geistiges Eigentum und Technologietransfer. Derzeit sei es noch zu früh um zu sagen, ob die chinesische Seite auf die US-Forderungen eingehen werde.

Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx50, gab um 0,20 Prozent auf 3282,77 Punkte nach und büsste damit einen grossen Teil seiner Vortagesgewinne wieder ein. Der französische Cac 40 fiel um 0,26 Prozent auf 5225,35 Punkte.

Für den britischen FTSE 100 („Footsie“) ging es etwas deutlicher um 0,61 Prozent auf 7107,20 Punkte abwärts. Für zusätzlichen Druck auf die Kurse sorgte in London wie schon am Vortag das starke Pfund. Die weiter anziehende Landeswährung kann Exporte in Länder ausserhalb Grossbritanniens verteuern.

In Sachen Brexit herrscht zudem zwar weiterhin Optimismus, dass es einen geregelten Austritt aus der Europäischen Union (EU) geben wird, doch auch hier gibt es noch keine Gewissheit. Der nächste Schritt steht kurz bevor, denn an diesem Abend wird das britische Parlament über die weiteren Schritte abstimmen. Zunehmend wird zunächst darauf gesetzt, den EU-Austritt zu verschieben, um einen ungeregelten Ausstieg zu vermeiden. Vor diesem Hintergrund zog das Pfund weiter an.

Unter den Einzelwerten standen einige Unternehmen mit Quartalsberichten, andere mit Neuigkeiten anderer Art im Fokus. So büssten ausserhalb der grossen Indizes die Anteilscheine von Air France-KLM fast 12 Prozent ein und litten unter Medienberichten über einen Einstieg des niederländischen Staates bei der Fluggesellschaft. Die Analysten von RBC sehen in diesen Plänen „kein gutes Omen“.

In London richteten sich die Blicke auf die Papiere von Marks & Spencer (M&S) und Ocado . Während die von M&S am FTSE-100-Ende mehr als 12 Prozent einbüssten, gewannen die von Ocado rund 3 Prozent. Zur Finanzierung eines Gemeinschaftsunternehmens mit der Supermarktkette Ocado hatte M&S eine Kapitalerhöhung angekündigt. M&S will so einen 50-Prozent-Anteil am Einzelhandelsgeschäft von Ocado erwerben.

Mit Zahlen sorgten zudem Rio Tinto im „Footsie“, Ahold Delhaize und Safran im EuroStoxx sowie Adyen in Amsterdam im Blick. Der Bergbaukonzern Rio Tinto hatte wegen Minenverkäufen einen Gewinnsprung im Jahr 2018 gemeldet und Rekordausschüttungen an die Aktionäre angekündigt. Die Papiere stiegen um knapp 1 Prozent.

Die Anteilscheine der Supermarktkette Ahold Delhaize und die des Rüstungskonzerns Safran gaben nach vorgelegten Zahlen und Aussagen zum neuen Jahr um 1,40 Prozent beziehungsweise 0,25 Prozent nach. Die Aktien von Adyen büssten anfängliche Gewinne ein und fielen um rund 2 Prozent. Der Zahlungsdienstleister hatte 2018 dank eines stark gestiegenen Abwicklungsvolumens deutlich mehr als im Vorjahr umgesetzt und damit die Erwartungen zahlreicher Analysten übertroffen. Im Handelsverlauf machten die Anleger dann bei den zuletzt gut gelaufenen Papieren Kasse.

Bei der britischen Metro Bank PLC wiederum mussten die Anleger nach der Ankündigung einer Aktienplatzierung sowie angesichts einer Untersuchung von Regulierungsbehörden wegen fehlerhafter Bilanzierungen riskanter Anlagen einen Kurssturz von fast 27 Prozent verkraften. (awp/mc/pg)

Euronext

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