Europa-Schluss: Wirtschaftsdaten befeuern die Kurse weiter

Boerse

Paris / London – Frische Konjunkturdaten haben am Mittwoch die jüngst kräftige Aufwärtsbewegung an den europäischen Börsen noch einmal forciert. Die Daten aus China, aus der Eurozone sowie am Nachmittag auch aus den USA fielen besser aus als erwartet.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 baute sein bereits hohes Vortagesplus aus und gewann zum Handelsschluss 3,50 Prozent auf 3269,59 Punkte. In Paris stieg der Cac 40 um 3,36 Prozent ähnlich stark, ihm gelang mit 5022,38 Punkten erstmals seit Anfang März wieder die Rückkehr über die runde Marke von 5000 Punkten. Der Londoner Leitindex FTSE 100 legte um 2,61 Prozent auf 6382,41 Zähler zu.

Branchenweit gab es in Europa nur Gewinner. Besonders gefragt waren die Versicherer mit plus 6,77 Prozent. Schlusslicht war der Gesundheits- und Pharmasektor mit plus 0,27 Prozent.

Axa ragten im EuroStoxx 50 mit einem Kurssprung von 10,37 Prozent heraus. Der Versicherer kappt zwar seine Dividende für 2019 auf 73 Cent je Aktie, doch sind die zur vollen Dividende fehlenden 70 Cent noch nicht ganz verloren für die Aktionäre. Sie könnten noch im vierten Quartal ausgeschüttet werden, falls es die Lage an den Märkten und die Finanzausstattung hergibt.

Analystin Claudia Gaspari von der britischen Bank Barclays lobte die Zahlung einer Dividende. Die französischen Wettbewerber Scor und CNP Assurance hätten dagegen die Dividenden gestrichen. Sie habe kaum die Hoffnung gehegt, dass Axa eine Dividende zahle. Stark gefragt waren zudem in der Schweiz die Anteile von Swiss Re mit plus 8,21 Prozent.

Novartis hinkten dem Gesamtmarkt mit einem Minus von 0,13 Prozent hingegen hinterher. Der schweizerische Pharmahersteller muss sich mit der Zulassung für sein Multiple-Sklerose-Medikament Ofatumumab in den USA gedulden und wohl bis September warten.

Renault legten im Cac 40 um 10,49 Prozent zu und profitierten von einer Goldman-Sachs-Studie. Diese empfiehlt die Aktie des Autobauers anlässlich der Neuausrichtung der Renault-Nissan-Allianz auf Kosten statt Wachstum zum Kauf und hob das Kursziel an. Der französische Autobauer sei ein grosser Profiteur kurzfristiger Autokaufprämien in Europa. Zudem hat der in finanzielle Schwierigkeiten geratene Autobauer mit Banken einen staatlichen garantierten Kredit von bis zu fünf Milliarden Euro vereinbart.

Tui gewannen in London 8,52 Prozent. Der weltgrösste Reisekonzern einigte sich nach dem Flugverbot für den Mittelstreckenjet 737 Max mit dem Flugzeugbauer Boeing auf einen Ausgleich für den entstandenen Schaden. Ein Grossteil der Belastung wird ausgeglichen. Der Deal erleichtert es dem in der Corona-Krise angeschlagenen Touristikkonzern zudem, seine Flotte zu verkleinern. (awp/mc/ps)

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