EU-Verlauf: Schwächer

EU-Verlauf: Schwächer

London – Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte haben am Montag mit Kursverlusten auf die anhaltenden Spannungen in Griechenland reagiert. Nach dem starken Kursplus von 3,22 Prozent in der Vorwoche, das den europäischen Leitindex EuroStoxx 50 auf ein Sechsmonatshoch gehievt hatte, drückten Händlern zufolge die zähen Verhandlungen um neue griechische Sparprogramme auf die Stimmung am Markt. Der EuroStoxx 50 verlor 0,81 Prozent auf 2.494,89 Punkte.

Der CAC 40 in Paris gab 1,06 Prozent auf 3.391,75 Punkte ab. Auch für den Londoner FTSE 100 ging es nach unten, das Minus war mit 0,30 Prozent auf 5.883,17 Punkte hingegen geringer.

Wie das Büro von Griechenlands Ministerpräsident Lucas Papademos mitgeteilt hatte, war eine Verhandlungsrunde am Sonntagabend ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen. Sollten die Verhandlungen scheitern, droht dem Land die Staatspleite. Die kommenden 24 Stunden seien recht kritisch, schrieb Deutsche-Bank-Analyst Jim Reid in einem Kommentar am Morgen. Die Verhandlungen um einen Schuldenschnitt mit privaten Investoren träten nun wegen des fehlenden politischen Konsenses für das zweite Hilfspaket in den Hintergrund.

Belastet waren an den Märkten vor allem Finanztitel. Banken und Versicherer verloren gemessen an den Subindizes des Stoxx Europe 600 jeweils mehr als 1 Prozent. Die französische Societe Generale war im EuroStoxx der schwächste Wert mit einem Verlust von 3,71 Prozent. Die Credit Agricole sackte in Paris gar um 3,76 Prozent ab und führte damit die Verliererliste im Cac 40 an.

Ebenfalls unter Druck gerieten Rohstoffwerte. Der Sektor wies einen Abschlag von mehr als 1 Prozent auf und gehörte damit auch zu den schwächeren Branchen. Der spanische Ölkonzern Repsol-YPF gab 2,36 Prozent ab. Die Kürzung von Steuererleichterungen in Argentinien trifft die dortige Tochter des Konzerns. Zudem will die argentinische Regierung wegen sinkender Ölförderungen in ihrem Land Ölkonzerne dazu zwingen, die Kapazitäten voll auszulasten.

Der Rohstoffhändler Glencore, der sich mit dem Minenbetreiber Xstrata in Gesprächen zur Zusammenlegung der Geschäfte befindet, sackte 3,84 Prozent ab. Einem Medienbericht der «Financial Times» zufolge bietet Glencore für die Übernahme den Xstrata-Aktionären einen Aufschlag von rund acht Prozent. Nach verschiedenen Berichten könnte bereits am Dienstag mit der Zahlenvorlage von Xstrata die Fusion bekanntgegeben werden.

Der britische Billigflieger Easyjet gab in London 1,32 Prozent ab. Angesichts eines geringeren Flugangebots war die Fluglinie mit einem Passagierrückgang ins neue Jahr gestartet. Die Flugzeuge waren dabei allerdings besser gefüllt. Aktien von Air France-KLM sanken in Amsterdam 2,83 Prozent. Händler verwiesen auf die Streikaufforderung zahlreicher französischer Gewerkschaften an Arbeitnehmer auf Flughäfen und von Fluglinien.

Vodafone-Papiere konnten hingegen zulegen: Nachdem der weltgrösste Telekomkonzern die Gespräche zu einer möglichen Fusion mit dem griechischen Partner Wind Hellas beendet hatte, gewannen die Anteile in London 0,54 Prozent. (awp/mc/ps)

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