EU-Schluss: EuroStoxx 50 mit grössten Wochenverlust seit 2012

EU-Schluss: EuroStoxx 50 mit grössten Wochenverlust seit 2012

London – Die anhaltenden Sorgen um die Weltwirtschaft haben dem EuroStoxx 50 den grössten Wochenverlust seit September 2012 eingebrockt. Das Minus belief sich auf 4,53 Prozent. Am Freitag verlor der Leitindex der Eurozone 1,67 Prozent auf 2991,50 Punkte und schloss damit zum vierten Mal in Folge im roten Bereich. Der CAC 40 in Paris fiel um 1,64 Prozent auf 4073,71 Punkte und für den Londoner FTSE 100 ging es um 1,43 Prozent auf 6339,97 Punkte nach unten.

Insbesondere die Sorge um das Wachstum in der Eurozone sowie die Furcht vor früher steigenden US-Leitzinsen dominierten derzeit, sagten Händler. Jüngste Konjunkturdaten aus Frankreich und Italien brachten ebenfalls keine positiven Impulse. Die französische Industrieproduktion hatte im August zwar auf dem Niveau des Vormonats gelegen, während Bankvolkswirte mit einem Rückgang gerechnet hatten. Die italienische Industrieproduktion hingegen stieg etwas weniger als erwartet.

Indes schwindet die Hoffnung, dass die Notenbanken die Wirtschaft ausreichend stützen können: „Die Happy Hour des billigen und vielen Geldes hat deutlich an Relevanz verloren“, sagte Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank.

Sinkende Öl- und Metallpreise im Zuge der Wirtschaftssorgen belasteten die Rohstoffwerte. Der entsprechende Sektor verbuchte als drittschwächster der Stoxx-600-Branchenübersicht einen Abschlag von 2,59 Prozent. In London verloren Minenwerte deutlich, BHP Billiton etwa gaben um mehr als drei Prozent nach. Am Ende des Branchentableaus fielen Aktien von Öl- und Gasunternehmen um 2,99 Prozent. Auch alle anderen Sektoren schlossen in Minus-

In der Technologiebranche gerieten Halbleiterwerte unter Abgabedruck, nachdem der US-Konzern Microchip Technology vor einer Marktschwäche gewarnt hatte. STMicroelectronics sackten am Ende des CAC 40 um 5,65 Prozent auf 5,578 Euro ab. Die Titel des Chipindustrie-Ausrüsters ASML büssten als schwächster Werte im EuroStoxx rund vier Prozent ein.

Gegen den negativen Trend stemmten sich teilweise Papiere aus dem als weniger konjunktursensibel geltenden Getränke- und Nahrungsmittelsektor. Aktien von AB Inbev etwa verteuerten sich an der EuroStoxx-Spitze um 0,36 Prozent.

In der Schweiz standen ferner die Papiere von Givaudan nach Zahlen im Fokus. Nach wie vor bremst der starke Franken den Aromen- und Duftstoffhersteller. In den ersten neun Monaten trat der Konzern beim Umsatz praktisch auf der Stelle. Ohne den Einfluss von Wechselkursen sowie Zu- und Verkäufen sei der Umsatz allerdings gestiegen, teilten die Schweizer mit. Die Ziele wurden bestätigt. Givaudan-Titel gaben nur um 0,60 Prozent nach. (awp/mc/upd/ps)

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