EU-Schluss: Vorsicht auf hohem Kursniveau

Boerse

London – Abwarten hat am Montag die Devisen an Europas Aktienmärkten gelautet. Vor möglicherweise marktbewegenden Aussagen des Fed-Chefs Jerome Powell vor US-Abgeordneten am Mittwoch zur Geldpolitik hielten Anleger das Pulver trocken. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,12 Prozent auf 3523,76 Zähler moderat nach. Er war am Donnerstag auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr gestiegen, beflügelt von der Erwartung weiterhin lockerer Geldpolitik der Notenbanken.

Analyst Milan Cutkovic von Axitrader sprach von „gemischten Gefühle auf dem Börsenparkett“. Neben der Erwartung weiterhin niedriger Zinsen seien sich die Anleger auch bewusst, dass mit dem jüngsten Waffenstillstand zwischen den USA und China im Handelskonflikt nur Zeit gekauft worden sei. „Das Thema und damit die Sorgen um die Weltkonjunktur werden nicht so bald von der Agenda verschwinden“, sagte Cutkovic.

Die Börsen in Paris und London zeigten sich kaum verändert: Der französische Cac 40 schloss 0,08 Prozent niedriger bei 5589,19 Zählern. Der britische Leitindex FTSE 100 ging 0,05 Prozent niedriger bei 7549,27 Punkten aus dem Handel.

Die Annäherung im US-chinesischen Handelsstreit und der Glaube an eine lockere Geldpolitik in Europa und den USA hatten in den vergangenen Wochen die Aktien-Rally an den Börsen genährt. Doch vor dem Wochenende hatten starke Daten vom US-Arbeitsmarkt die Hoffnung der Anleger auf eine baldige Zinssenkung durch die Notenbank Fed wieder etwas gedämpft.

Auf dem Sektortableau fanden sich die Banken mit einem Minus von 1 Prozent am Ende wieder. Die hohen Kursverluste der Deutschen Bank nach Details zum radikalen Umbau des Geldhauses und die niedrigen Zinsen lasteten auf dem Sektor. Grösster Gewinner war der Rohstoffsektor mit einem Plus von 1,3 Prozent.

An der Pariser Börse verloren die Papiere des Caterers Sodexo mehr als vier Prozent. Der Konzern muss auf einige grosse Lieferkontrakte mit Kunden verzichten und erwartet deshalb für das Schlussquartal ein gedrosseltes Wachstumstempo.

Aktien des Triebwerksbauers Safran gaben nach einer gestrichenen Kaufempfehlung durch die US-Bank Goldman Sachs um 0,8 Prozent nach.

In London rutschen die Aktien des Vermögensverwalters Schroders um 2,6 Prozent ab, nachdem der US-Broker Jefferies den Titel von „Kaufen“ auf „Halten“ gesenkt hatte. Aktien von Imperial Brands stiegen dagegen um 2,2 Prozent. Der Tabakkonzern will für bis zu 200 Millionen Pfund eigene Aktien zurückkaufen.

Papiere des irischen Baukonzern CRH fielen um 1,6 Prozent. Die britische Investmentbank Barclays hatte die Aktien von „Overweight“ auf „Equal Weight“ gesenkt und dies mit schlechtem Wetter in den USA bestätigt. (awp/mc/ps)

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