EU-Schluss: ESTX50 gewinnt 1,3% auf 3’055 Punkte

Boerse

London – Positive Signale im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit haben am Dienstag nicht nur der Wall Street Auftrieb gegeben: In deren Schlepptau konnten sich Europas Börsen deutlich erholen, obwohl der Schwung am US-Markt bis zum europäischen Handelsende deutlich nachliess.

Der EuroStoxx 50 schloss 1,27 Prozent höher bei 3055,32 Punkten. Zu Wochenbeginn war der Eurozonen-Leitindex bei 3007 Punkten noch auf ein neues Zweijahrestief gefallen. Für den Pariser Cac 40 ging es am Dienstag um 1,35 Prozent auf 4806,20 Punkte bergauf.

Auch der Londoner FTSE 100 schaffte ein Plus von 1,27 Prozent auf 6806,94 Zähler – obwohl die britische Premierministerin Theresa May bislang vergeblich versucht, der Europäischen Union neue Zugeständnisse beim Brexit abzuringen. Ihm half einmal mehr der tendenziell positive Einfluss des weiter schwachen Pfunds auf die Exportwirtschaft des Landes.

US-Präsident Donald Trump sprach derweil auf Twitter von „sehr produktiven Gesprächen mit China“ und stellte „wichtige Ankündigungen“ in Aussicht. Die Nachrichtenagentur Bloomberg meldete unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen, China habe sich in Richtung einer Senkung von Zöllen von importierten Autos aus den USA bewegt. Anfang Dezember hatte Trump bereits Erwartungen auf sinkende Zölle geweckt. Offensichtlich klammerten sich die Anleger in der Hoffnung auf eine Übereinkunft beider Seiten an jeden Strohhalm, kommentierte Analyst David Madden von CMC Markets UK.

Hatte es zu Wochenbeginn aus europäischer Branchensicht nur Verlierer gegeben, so schafften es einen Tag später fast alle Subindizes im marktbreiten Stoxx Europe 600 in positives Terrain. Am besten schlug sich der Index der Rohstoffunternehmen mit mehr als drei Prozent Plus. Einziger Verlierer war hingegen der Index der Immobilienunternehmen, der knapp nachgab.

In London zählten neben den Rohstoffwerten die Aktien des angeschlagenen Werbekonzerns WPP mit fast fünf Prozent Plus zu den Favoriten. Analyst Daniel Kerven von der US-Investmentbank JPMorgan lobte den vom neuen Chef Mark Read vorgestellten Dreijahresplan als Schritt, um wieder auf den Wachstumspfad zurückzukehren. Auch die Signale für das vierte Quartal seien optimistischer als gedacht, so der Experte.

Der britische Vermieter von Industrieausrüstungen Ashtead überzeugte die Anleger derweil mit einem Zwischenbericht nach dem ersten Geschäftshalbjahr und sendete auch für das Gesamtjahr optimistische Signale. Zudem nannte die Schweizer Bank Credit Suisse die Aktie als eine ihrer Empfehlungen. Dies belohnten die Anleger mit einem Kursanstieg von über dreieinhalb Prozent.

Im EuroStoxx zählten Bayer-Titel mit einem knapp dreieinhalbprozentigen Kursanstieg zu den grössten Gewinnern und erholten sich damit vom tiefsten Stand seit sechseinhalb Jahren. Händler verwiesen zudem auf anhaltende Spekulationen, dass der Agrarchemie- und Pharmakonzern zerschlagen werden könnte. (awp/mc/ps)

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