EU-Schluss: ESTX50 springt um 2,78% auf 3420,03 Punkte an

EU-Schluss: ESTX50 springt um 2,78% auf 3420,03 Punkte an

London – Europas Börsen haben ihre Erholung am Donnerstag schwungvoll fortgesetzt. Kräftig Auftrieb gab die Gegenbewegung am zuvor massiv eingebrochenen chinesischen Aktienmarkt. Kurz vor Ablauf der Frist für eine neue griechische Reformliste ist zudem die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Schuldendramas gewachsen.

Der EuroStoxx 50 sprang um 2,78 Prozent auf 3420,03 Punkte an. Tags zuvor hatte er sich nach dem Rutsch auf den tiefsten Stand seit Januar bereits stabilisiert. Nun gelang es ihm, seine 200-Tage-Durchschnittslinie zurückzuerobern. Sie wird als Indikator für den längerfristigen Trend stark beachtet.

In Paris gewann der französische Leitindex CAC-40-Index 2,55 Prozent auf 4757,22 Punkte. Die wichtigsten Kursbarometer der angeschlagenen Euro-Länder Italien und Portugal kamen sogar noch weiter voran – letzteres kratzte an der 4-Prozent-Marke. Die Börse in Athen blieb weiterhin geschlossen. Ausserhalb der Eurozone stieg der Londoner Leitindex FTSE 100 um 1,40 Prozent auf 6581,63 Punkte.

Die Geldgeber haben den Griechen bis Donnerstag um Mitternacht Zeit gegeben, ihre Reformvorschläge vorzulegen. Falls kein vollständiges Paket aus Athen komme, drohten grosse Schwierigkeiten, sagte EU-Währungskommissar Pierre Moscovici dem Sender France Inter. Fällt das Paket aber zur Zufriedenheit der Geldgeber aus, könnten sie ein neues Hilfsprogramm und eine Zwischenfinanzierung gewähren. Allein im Juli ist Athen den Gläubigern 4,2 Milliarden Euro schuldig.

Keiner der Branchenindizes verzeichnete am Donnerstag Verluste. Selbst das schwächste Kursbarometer, der Index der Öl- und Gasbranche, gewann 1,68 Prozent. Favorisiert wurden aber mit Banken und Versicherern die Finanzwerte. Ihre Indizes kletterten um 2,70 und 2,61 Prozent. Gerade Bankentitel hatten im letzten Abschwung besonders gelitten.

Nun versammelten sie sich an der EuroStoxx-Spitze: Papiere von Intesa SanPaolo und Unicredit gewannen ebenso deutlich über 4 Prozent wie die Aktien der ING. Die Italiener waren im Zuge der Sorgen um eine Ausweitung der Griechenland-Krise unter Druck geraten. Papiere der Deutschen Telekom komplettierten das Feld der Gewinner mit über 4 Prozent Plus. Das Kundenwachstum der US-Mobilfunktochter überzeugte im abgelaufenen Quartal.

Im «Footsie» setzten sich die Aktien von Associated British Foods mit einem Aufschlag von gut 5 Prozent an die Spitze. Der Konzern äusserte sich optimistischer für seine Zuckersparte – bei den Preisen gebe es Anzeichen einer Erholung. Auch die deutsche Südzucker sprang um fast 7 Prozent auf das höchste Niveau seit Mai 2014. Das Unternehmen hatte zudem mit seinem Quartalsgewinn überzeugt. (awp/mc/upd/ps)

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