EU-Schluss: Weitere Verluste

EU-Schluss: Weitere Verluste

Paris – Die wichtigsten europäischen Indizes haben zur Wochenmitte weitere Verluste verzeichnet. Als Belastungsfaktor wurde einmal wieder Richtung Griechenland verwiesen. Die überraschende Abschaltung des griechischen Staatsrundfunks hatte nicht nur einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, sondern auch zu Turbulenzen in der Koalition von Regierungschef Antonis Samaras geführt. Dies sei ein neuerlicher Vertrauensdämpfer in die Reformfähigkeit des Landes, hiess es am Markt. Der EuroStoxx 50 verlor 0,62 Prozent auf 2.666,52 Punkte. Der Pariser CAC 40 Index fiel um 0,44 Prozent auf 3.793,70 Punkte und für den Londoner FTSE 100 ging es um 0,64 Prozent nach unten auf 6.299,45 Punkte.

Die kleine griechische Oppositionspartei der Unabhängigen Griechen (AN.EL) will nach Angaben ihres Vorsitzenden Panos Kammenos ein Misstrauensvotum gegen die Samaras-Regierung beantragen. Am Devisenmarkt liess dies die Akteure jedoch kalt, der Euro knüpfte an seine Vortagesgewinne an. Auch der zweite Verhandlungstag in Karlsruhe sorgte nicht für Unruhe. Das Gericht prüft, ob Staatsanleihenkäufe der EZB grundgesetzwidrig sind, weil sie ein Risiko für die Steuerzahler darstellen und vom Mandat der Notenbank womöglich nicht gedeckt sind.

Europaweit besonders unter Druck geriet der Automobilsektor nach einer Pflichtwandelanleihe von Volkswagen. Deren Vorzugsaktien waren mit minus 3,30 Prozent Schlusslicht im EuroStoxx. Eingesammelt hat der Konzern wie geplant 1,27 Milliarden Euro, mit der die Kapitalausstattung gestärkt und Investitionen in weiteres Wachstum ermöglicht werden sollen. Schwächster Wert im Sektor war aber Fiat mit einem Abschlag von 3,71 Prozent, nachdem die UBS ihre Kaufempfehlung für die Italiener gestrichen hatte.

Stabiler als der Markt hielten sich indes Reifenhersteller wie Michelin und Continental angesichts einer milliardenschweren Reifenhochzeit in den USA. Der indische Reifenhersteller Apollo Tyres will seinen US-Konkurrenten Cooper Tire & Rubber für insgesamt 2,5 Milliarden US-Dollar (1,9 Mrd Euro) schlucken.

Die Gewinner kamen vor allem aus defensiveren Bereichen wie Gesundheit , Medien und Einzelhandel . So setzten sich Inditex mit plus 3,54 Prozent an die Spitze des EuroStoxx. Der spanische H&M-Konkurrent hat im ersten Quartal dank einer Vielzahl neuer Filialen einen Umsatzschub erzielt. Im Mediensektor schossen Kabel Deutschland angesichts eines weiteren Übernahmevorstosses von Vodafone um 8,18 Prozent nach oben. Die Papiere der Briten rutschten indes als einer der schwächsten «Footsie»-Werte um 5,73 Prozent ab.(awp/mc/ps/cs)

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