Euro gibt leicht nach – ‹alle Augen auf die Fed›

Euro gibt leicht nach – ‹alle Augen auf die Fed›

Frankfurt am Main – Der Euro hat am Mittwoch vor der mit Spannung erwarteten Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed etwas schwächer tendiert. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,3670 US-Dollar und damit knapp einen halben Cent weniger als am Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,3636 (1,3710) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7334 (0,7294) Euro.

«An den Finanzmärkten sind alle Augen auf die Fed gerichtet», sagte Marc Burgheim, Leiter des Devisenhandels bei der BayernLB. Die Notenbank wird ihre Entscheidung am Abend bekanntgeben. Angesichts des schwachen US-Wachstums und der jüngsten Börsenturbulenzen gilt eine abermalige Lockerung der US-Geldpolitik als möglich. Allerdings schwinden die Optionen der Fed immer mehr: So liegt der wichtige Leitzins bereits bei nahe null Prozent. Und ob zusätzliche Käufe von Staatsanleihen überhaupt nennenswerte Wirkung entfachen würden, gilt unter Experten als höchst umstritten. Bereits die zweite Welle von Anleihekäufen hatte teils herbe Kritik auf sich gezogen und allenfalls für einen kurzen Konjunkturschub gesorgt.

Neue Anleihekäufe wenig wahrscheinlich
«Weitere Anleihekäufe halte ich derzeit für eher unwahrscheinlich», sagte Experte Burgheim. Fed-Beobachter rechnen eher damit, dass die Notenbank kurzlaufende Staatsanleihen in längerlaufende Papiere umschichtet, um damit die Langfristzinsen noch stärker zu drücken. Aber auch diese Massnahme – am Markt «Operation Twist» genannt – zieht Kritik auf sich: «Jeder, der einen Blick auf das derzeitige Renditeniveau in den USA wirft, erkennt sofort, dass die Kapitalkosten nicht das Problem der US-Konjunktur sind», schreibt die Commerzbank in einem Kommentar. Ähnlich kritisch sehen die Devisenexperten der Frankfurter Bank die Option, den Zinssatz für Bankeinlagen bei der Fed zu senken. Er liegt bereits jetzt bei nur 0,25 Prozent.

Zu anderen wichtigen Währungen hatte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87310 (0,87230) britische Pfund , 104,07 (104,92) japanische Yen und 1,2208 (1,2064) Schweizer Franken festgelegt. Der Preis für eine Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1.793,00 (1.799,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 41.810,00 (41.390,00) Euro.  (awp/mc/pg)

EZB

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.