Euro zum Franken schwächer – Pfund steigt trotz Schottland-Votum

Euro zum Franken schwächer – Pfund steigt trotz Schottland-Votum
(Bild: © Delphimages - Fotolia.com)

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Zürich – Der Euro hat am Donnerstag trotz einer schwachen Nachfrage nach neuen Geldspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB) zugelegt. Gegen Abend kostete die Gemeinschaftswährung 1,2910 US-Dollar. Das war ein halber Cent mehr als im asiatischen Handel. Die EZB setzte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,2872 (Mittwoch: 1,2956) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7769 (0,7718) Euro.

Die EZB musste am Donnerstag einen Rückschlag im Kampf gegen Wachstumsflaute und Niedriginflation hinnehmen. Die Nachfrage nach neuen Langfristkrediten blieb unter Banken überraschend gering. Anstatt der erwarteten 150 Milliarden Euro fragten die Geldhäuser nur knapp 83 Milliarden Euro nach. „Mit dem geringen Interesse nimmt der Druck auf die EZB zu, weitergehende Massnahmen zu beschliessen“, kommentierte Experte Jan Holthusen von der DZ Bank. Laut Analysten könnte die Notenbank sogar ihre schärfste Waffe gegen Deflationsrisiken zücken: breitangelegte Wertpapierkäufe.

Britisches Pfund legt zu
Das britische Pfund lege am Tag des Schottland-Referendums unterdessen zu. Händler begründeten dies mit jüngsten Umfragen, die auf eine knappe Mehrheit für einen Verbleib bei Grossbritannien hindeuten. Das Rennen bleibt aber denkbar knapp. Erhebungen zufolge waren viele Schotten bis zuletzt unentschlossen. Ob sich Schottland nach mehr als 300 Jahren vom Vereinigten Königreich lossagt, wird am frühen Freitagmorgen feststehen. Im Falle einer Abspaltung sind Turbulenzen an den Finanzmärkten nicht auszuschliessen.

Euro gibt zum Franken weiter nach
Zum Schweizer Franken gab der Euro im Verlauf des Nachmittags weiter nach und notiert aktuell auf 1,2068 nach 1,2084 zur Mittagszeit. Vor der Lagebeurteilung der Schweizer Nationalbank am Vormittag hatte die Gemeinschaftswährung noch bei 1,2115 notiert. Danach kam der Euro deutlich unter Druck. Auch der US-Dollar schwächte sich zum Franken in den Nachmittagsstunden weiter ab und verkehrt derzeit zu 0,9346 nach 0,9378 zur Mittagszeit.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,78830 (0,79360) britische Pfund, 140,11 (139,05) japanische Yen und 1,2086 (1,2101) Schweizer Franken fest.

Die Feinunze Gold wurde in London mit 1220,50 (1236,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 30 000,00 (30 160,00) Euro. (awp/mc/upd/pg)

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