Euro hält sich nahe beim Elf-Monatshoch

Euro hält sich nahe beim Elf-Monatshoch
(Bild: © Delphimages - Fotolia.com)

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Frankfurt am Main – Der Euro hat am Dienstag einen kleinen Teil seiner starken Gewinne aus den vergangenen Handelstagen abgeben müssen. Die Gemeinschaftswährung hielt sich dennoch in der Nähe des Elf-Monatshochs, das zu Beginn der Woche knapp oberhalb der Marke von 1,34 US-Dollar erreicht worden war. Im Nachmittagshandel stand der Euro zuletzt bei 1,3348 Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3327 (Montag: 1,3341) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7504 (0,7496) Euro.

«Leichte Gewinnmitnahmen haben den Euro vorerst nicht weiter steigen lassen, und ihn etwas unter Verkaufsdruck gesetzt», kommentierte Devisenexperte Thomas Amend von der Privatbank HSBC Trinkaus. Der Kurs der Gemeinschaftswährung werde aber weiter von einer spürbaren Entspannung in der Euro-Schuldenkrise gestützt. Dagegen konnten deutsche Konjunkturdaten nach Einschätzung von Amend keine nennenswerten Impulse geben. Das Statistische Bundesamt hatte am Morgen bekannt gegeben, dass die grösste Volkswirtschaft der Eurozone im abgelaufenen Jahr trotz Schuldenkrise um 0,7 Prozent gewachsen war.

Augenmerk auf US-Schuldenstreit
In den kommenden Wochen werde sich das Interesse der Anleger stärker auf den Schuldenstreit in den USA richten, so Experte Amend. Jüngste Meldungen aus Washington lassen keine schnelle Einigung erwarten. Mit dem Konflikt um die Schuldenobergrenze droht nach dem Streit um die Fiskalklippe «das nächste Desaster», hiess es in einem Kommentar der Commerzbank. Experte Amend zeigte sich überzeugt: «Mit Blick auf den Schuldenstreit in den USA ist weiter mit einer Dollar-Schwäche zu rechnen.»

Zum Franken kurzzeitig über 1,24
Zum Schweizer Franken kletterte der Euro am Nachmittag kurzfristig auf 1,2414 CHF und damit dem höchsten Stand seit Ende 2011. Danach verbilligte sich die europäische Gemeinschaftswährung wieder etwas und notiert nun wieder mit 1,2389 CHF knapp unter 1,24. Auslöser für die Stärke des Euro ist Mario Draghi, Chef der EZB, der am vergangenen Donnerstag signalisiert hatte, dass es keine Zinssenkungen geben werde. Angesichts der nachlassenden Unsicherheiten könnte der Franken leicht weiter zum Euro Boden verlieren, da die Anleger eine Kehrtwendung aus dem «sicheren Hafen Franken» machen werden, schreibt Jolyon Montague von Cheuvreux in einem Kommentar. Falls sich die Erholungszeichen in Europa mehren, werde sich der Fanken mit Verzögerung zum Euro weiter abschwächen, so der Experte weiter.

Auch der Dollar zeigte am Nachmittag zum Franken festere Tendenz. Derzeit kostet der Greenback 0,9281 CHF verglichen mit 0,9260 CHF am Mittag. (awp/mc/pg)

EZB-Referenzkurse

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