Dollar sinkt auf Mehrjahrestief zu Euro und Franken

Euro
(Photo by Robert Anasch on Unsplash)

Frankfurt – Der Euro hat am Mittwoch gegenüber dem US-Dollar einen neuen mehrjährigen Höchststand erreicht. Am Vormittag stieg die Gemeinschaftswährung bis auf 1,2350 Dollar damit so hoch wie seit April 2018 nicht mehr. Damit wurde das vor einigen Tagen erreichte Hoch klar übertroffen. Aktuell liegt der Kurs bei 1,2347 Dollar.

Aber auch gegenüber dem Schweizer Franken gibt der Dollar deutlich nach und rutschte auf ein Mehrjahrestief. Im Tief sank der Kurs bis auf 1,8757 Franken und damit deutlich unter die Grenze von 0,88 – aktuell liegt er bei 0,8760 Franken. Der Euro notiert derweil wenig verändert zum Franken auf 1,0817.

Dabei bewegte sich der Greenback seit seinem Tief im anfangs 2015 bei 0,8609 Franken stehts in einer Spanne zwischen 0,90 und 1,00 Franken. Seit August des vergangenen Jahres zeichnete sich dann aber ein neuer Abwärtstrend ab, der den Dollar immer wieder auf neue Mehrjahrestiefststände sinken liess. Dabei testete er im Dezember die Kursmarke von 88 Rappen, die er nun klar unterschritten hat.

Wahlen in Georgia belasten den Dollar
Der Euro profitiert denn auch vom auf breiter Front schwächelnden Dollar. Belastet wird der Greenback durch die Aussicht auf eine faktische Mehrheit der Demokraten im US-Senat. Hintergrund sind zwei Stichwahlen im Bundesstaat Georgia, deren Ausgang noch offen ist. Prognosen legen aber nahe, dass die Republikaner ihre bisherige Senatsmehrheit verlieren.

Sollten beide Sitze an die Demokraten gehen, müsste der designierte US-Präsident Joe Biden mit deutlich weniger Widerstand im Senat rechnen. Er könnte damit seine politische Agenda besser umsetzen. Erwartet werden in diesem Fall deutlich höhere Staatsausgaben. Dies könnte mit höherem Wirtschaftswachstum, aber auch höheren Inflationsraten einhergehen. Der Dollar leidet unter dieser Aussicht.

Neben der Politik stehen zur Wochenmitte zahlreiche Konjunkturdaten auf dem Programm. In der Eurozone hellte sich die Unternehmensstimmung im Dezember auf, allerdings weniger stark als erwartet. Nach wie vor ist die Stimmung unter den Dienstleistern wesentlich schlechter als in der Industrie, die weniger stark von den Corona-Beschränkungen betroffen ist.

In den USA werden am Nachmittag unter anderem neue Zahlen vom Arbeitsmarkt erwartet. Am Abend präsentiert die US-Notenbank Fed ihr Protokoll zur jüngsten Zinssitzung. (awp/mc/pg)

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