Europa-Schluss: Gewinne – US-Börsen machen Anlegern neuen Mut

Boerse

Paris – Dank freundlicher US-Börsen und neuen Rekorden jenseits des Atlantiks haben auch die Anleger an Europas Börsen neuen Mut gefasst. Die anfängliche Vorsicht wich trotz der im Wochenverlauf beginnenden Berichtssaison zum zweiten Quartal. Auch die wieder steigenden Corona-Infektionszahlen und die Sorgen vor der ansteckenderen Delta-Variante rückten in den Hintergrund.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx50 legte nach anfänglichen Verlusten schliesslich um 0,62 Prozent auf 4093,38 Punkte zu. Der französische Cac 40 stieg um 0,46 Prozent auf 6559,25 Punkte. Der britische FTSE 100 hielt sich mit plus 0,05 Prozent stabil auf 7125,42 Punkten.

Mit Ausnahme des Reise- und Freizeitsektors , der um 1,3 Prozent nachgab, legten alle Branchen in Europa zu. Die Favoriten waren die Finanzdienstleisterbranche und die der Versorger , die beide um 1,4 Prozent zulegten. Während jedoch der Sektor der Finanzdienstleister nur knapp unter seinem am vergangenen Donnerstag erreichten Rekordhoch blieb, hatte die Versorgerbranche Nachholbedarf. Sie ist Analysten zufolge zuletzt zu Unrecht weitgehend links liegen gelassen worden. Branchenanalyst Alberto Gandolf von Goldman Sachs hält das Hinterherhinken des Sektors mit Blick auf die fundamentale Entwicklung für nicht gerechtfertigt – gerade was die Erneuerbare-Energien-Werte betreffe.

In Paris schockte Atos seine Anleger mit einer Prognosesenkung: Die Papiere des IT-Dienstleisters brachen als klares Schlusslicht im Cac 40 um knapp 18 Prozent ein. Atos hatte die Ziele für das Umsatzwachstum und die operative Marge 2021 gesenkt. Analyst Nicolas David von der Investmentbank Oddo sprach von einer «signifikanten Warnung» an die Aktionäre. Zudem habe Atos keine positiven Neuigkeiten zu den von Wirtschaftsprüfern gefundenen Fehlern in der Rechnungslegung 2020 bei US-Geschäftseinheiten des Konzerns bekannt gegeben.

JCDecaux sprangen in Paris dagegen um rund 10 Prozent nach oben und profitierten von einer positiven Studie. Die US-Bank JPMorgan hat die Aktie des Aussenwerbespezialisten auf «Overweight» hochgestuft und das Kursziel von 26 auf 29 Euro angehoben. Die Corona-Krise und die damit verbundenen Lockdown-Massnahmen hätten die Aussenwerbeindustrie hart getroffen, nun aber sollte sich die konjunktursensible Branche rasch erholen, schrieb Analyst Marcus Diebel. Zudem sieht er strukturelle Wachstumsmöglichkeiten und rechnet für das stark auf Flughafenwerbung ausgerichtete französische Unternehmen mit einem deutlichen Wiederanstieg der Fluggastzahlen.

In London profitierten die Aktien von Admiral vom Zwischenbericht des Versicherers zum ersten Halbjahr. So rechnet das Unternehmen inzwischen mit einem höheren Halbjahresgewinn als bislang erwartet. (awp/mc/pg)

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