Europa-Schluss: Verluste im impulsarmen Handel

Boerse

Paris / London – Das jüngste Auf und Ab an Europas Börsen hat sich am Dienstag mit Verlusten fortgesetzt. Händler und Analysten sprachen von Gewinnmitnahmen in einem weitgehend impulsarmen Geschäft. Zudem zeichneten die Daten zur deutschen Industrieproduktion im Mai zwar eine deutliche Erholung vom scharfen Einbruch durch die Corona-Pandemie, blieben aber dennoch hinter den Erwartungen zurück.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging letztlich mit einem Abschlag von 0,85 Prozent auf 3321,56 Punkte aus dem Tag und gab damit einen Teil seiner Wochenauftakt-Gewinne wieder ab. In Paris fiel der Leitindex Cac 40 um 0,74 Prozent auf 5043,73 Punkte, während in London der FTSE 100 um 1,53 Prozent auf 6189,90 Zähler nachgab.

Dass die Vorsicht aktuell wieder zugenommen hat, könnte auch mit der näher rückenden Berichtssaison in den USA in Zusammenhang stehen, denn „die Ausblicke dürften mit Ausnahme weniger Branchen sehr mau sein“, prognostizierte Stratege Martin Lück vom Vermögensverwalter Blackrock.

Im EuroStoxx 50 zählten die Papiere des französischen Versicherers Axa mit minus 3,9 Prozent zu den grössten Verlierern. Die italienische Mediobanca hat die Kaufempfehlung für die Aktie gestrichen und stellte sich damit gegen die Phalanx der Analysten anderer Häuser: 24 Experten votieren laut der Nachrichtenagentur Bloomberg gegenwärtig für den Kauf von Axa-Aktien. Im Schweizer Leitindex SMI litten die Aktien der Credit Suisse mit minus 1,8 Prozent unter einer negativen Analystenstudie. Die Grossbank UBS hat das Papier des Konkurrenten nach den jüngsten Kursgewinnen auf „Neutral“ abgestuft.

Dagegen kletterten – nicht zuletzt angetrieben von der Insolvenz des Zahlungsabwicklers Wirecard – die Aktien der einstigen europäischen Konkurrenten Adyen und auch Worldline auf Rekordstände: Die Papiere des niederländischen digitalen Bezahldienstleisters Adyen legten um 1,4 Prozent auf 1397,00 Euro zu, nachdem sie zeitweise sogar über 1400 Euro gesprungen waren. Im Cac 40 stiegen die Worldline-Papiere an der Index-Spitze um 1,9 Prozent auf 80,20 Euro.

In London büssten die Aktien des Technikkonzerns Micro Focus büsste zudem knapp 20 Prozent ein, nachdem er wegen Covid-19 hohe Abschreibungen und einen Vorsteuerverlust im ersten Geschäftshalbjahr bekannt gab. (awp/mc/ps)

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