Europa-Verlauf: Anleger machen Kasse
Paris/London/Zürich – Nach den Vortagesgewinnen haben Europas wichtigste Aktienmärkte zum Wochenschluss den Rückwärtsgang eingelegt. Die Bedenken angesichts hoher Bewertungen rund um Künstliche Intelligenz seien zurück, schrieb Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Hinzu komme die Sorge vor einer Knappheit von Speicherchips. «Die Stimmung ist gerade dabei, sich zu drehen. Anlegerinnen und Anleger werden generell vorsichtiger. Die Risikoaversion nimmt zu.»
Der EuroStoxx 50 fiel gegen Mittag um 0,8 Prozent auf 6.218 Punkte. Damit deutet sich für den Leitindex der Eurozone ein Wochenverlust von rund 1,2 Prozent an. Ausserhalb des Euroraums sank der Schweizer SMI am Freitag nach dem Rekordhoch vom Donnerstag um 0,8 Prozent auf 14.117 Zähler. Der britische FTSE 100 verlor 0,7 Prozent auf 10.460 Punkte.
Nach Einschätzung von Marktexperte Timo Emden geben geldpolitische Unsicherheiten wieder stärker die Richtung vor. «Gleichzeitig wächst die Erkenntnis, dass die KI-Euphorie nicht jeden Bewertungsmassstab ausser Kraft setzen kann.»
Die Vortagserholung der Technologiewerte erwies sich am Freitag als Strohfeuer. In Asien nahmen die Anleger zu Wochenschluss wieder massiv Gewinne mit. Der Sektor litt unter Zweifeln an der kurzfristigen Rentabilität von KI-Investitionen sowie der Nachricht, dass Apple Preiserhöhungen für einige Geräte angekündigt hatte, um die drastisch gestiegenen Kosten für Speicherchips weiterzugeben. Dies schürte Ängste vor einer nachlassenden Nachfrage im Privatkundengeschäft.
Im Halbleiterbereich erfasste die erneute Abwärtsbewegung in der Branche auch die Aktien von ASML und STMicro , die um 1,2 beziehungsweise 2,7 Prozent nachgaben. Für die Papiere der Technologiekonzerne Schneider Electric und ABB ging es um 1,8 beziehungsweise 2,2 Prozent abwärts. (awp/mc/pg)