Europa-Schluss: Starker Start in die Woche

Boerse

Paris / London – Nach einer schwachen Vorwoche haben sich die Börsen in Europa am Montag wieder von ihrer freundlichen Seite gezeigt. Eine Verbesserung der Lage in den am schwersten vom Coronavirus betroffenen europäischen Ländern, erste Lockerungsmassnahmen sowie gute Vorgaben von den asiatischen Börsen liessen den Eurostoxx 50 als Leitindex der Eurozone um 2,6 Prozent auf 2882,11 Punkte steigen.

„Anleger sind angesichts der jeweiligen Lockerungsmassnahmen in den einzelnen europäischen Ländern optimistisch“, schrieb Marktexperte David Madden vom Broker CMC Markets in einem Kommentar. An den Märkten herrsche das Gefühl, dass alles wieder zur Normalität zurückkehre – wenn auch in einem sehr langsamen Tempo.

In Paris legte der Leitindex Cac 40 um 2,55 Prozent auf 4505,26 Punkte zu. Der Londoner FTSE 100 rückte mit 1,34 Prozent etwas weniger stark vor. Zuvor war es bereits an den Märkten in Asien aufwärts gegangen, nachdem die japanischen Notenbank mit Blick auf die Corona-Krise weitere geldpolitische Hilfsmassnahmen angekündigt hatte.

Für ordentlich Schwung sorgte zudem die Deutsche Bank, die im ersten Quartal überraschend schwarze Zahlen geschrieben hat. Das half der gesamten Branche auf die Sprünge – der entsprechende Sektorindex Stoxx Europe 600 Banks legte um fast vier Prozent zu. Nur der Automobil- und der Tourismussektor stiegen noch stärker. BNP Paribas gewannen im Fahrwasser der stark steigenden Deutsche-Bank-Aktien 5,7 Prozent, die Aktien der niederländischen Grossbank ING sprangen um 6 Prozent nach oben.

Rückenwind vom Wettbewerber Lufthansa erhielten kurzzeitig die Papiere der Fluggesellschaft Air France-KLM. Nachdem die Aussicht auf ein milliardenschweres Rettungspaket den Papieren der Lufthansa neues Leben eingehaucht hatte, ging es für die Franzosen kurzzeitig um fast elf Prozent nach oben. Allerdings gaben die Aktien die Gewinne anschliessend fast vollständig wieder ab.

Die Papiere von Airbus gaben dagegen als schwächster Titel im EuroStoxx 50 um 2,4 Prozent nach. Medien berichteten über einen Brief des Konzernchefs Guillaume Faury an die Mitarbeiter, in dem er diese vor weiteren Einschnitten warnt.

Die Aktien des britischen Spirituosenherstellers Diageo zogen nach einer Kaufempfehlung durch die Investmentbank Oddo BHF und einem erhöhten Kursziel um 2,6 Prozent an. Im Zürcher SMI Index waren Nestlé mit minus 2,2 Prozent der grösste Verlierer. Analysten konnten hier nach guten Wachstumsdaten vom Freitag keinen neuen Kurstreiber mehr ausmachen. (awp/mc/ps)

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