Europa-Schluss: Börsen mit leichterem Wochenstart

Boerse

Paris / London – Die wichtigsten europäischen Börsen konnten am Montag nach ihrem deutlichen Rückschlag vor dem Wochenende meist keinen neuen Schwung holen. Wenn auch nur in moderatem Ausmass, dominierten am Ende die negativen Vorzeichen. Nach wechselhaftem Verlauf verlor der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 0,24 Prozent auf 3302,84 Punkte, er blieb so aber über 3300 Punkten.

In Paris gab der Cac 40 um 0,34 Prozent auf 4939,62 Punkte nach. Für den britischen FTSE 100 ging es in London um 0,20 Prozent auf 6111,50 Punkte nach unten. Eine positive Ausnahme war die Börse in Zürich mit einem Plus von 0,6 Prozent beim schweizerischen Leitindex SMI.

Den Experten der NordLB zufolge stoppen derzeit die Sorgen vor einer zweiten Coronavirus-Infektionswelle und zunehmende Spannungen zwischen den USA und China den Kursaufschwung, der den EuroStoxx in der Vorwoche auf den höchsten Stand seit Ende Februar befördert hatte. Ausserdem hiess es, die Anleger warteten auf die nächste geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank Fed am Mittwoch.

Im Branchenvergleich schlug sich der Rohstoff-Sektor mit plus 1,3 Prozent am besten, gefolgt von den Technologieaktien. Deren Sektorindex erholte sich im Schlepptau der am Montag ebenfalls wieder anziehenden New Yorker Nasdaq-Börse um 0,7 Prozent von den Gewinnmitnahmen, die ihn vor dem Wochenende nach unten gezogen hatten.

Der Reise- und Freizeitsektor hingegen bildete mit minus 3,4 Prozent das Schlusslicht. Er litt als Folge der Viruskrise unter einer Vielzahl an schlechten Nachrichten aus und für die Branche. Dazu gehörte zum einen der neuerliche Anstieg an Corona-Neuinfizierten in mehreren europäischen Ländern.

Im Reisesektor lastete auch die Entscheidung Grossbritanniens, Urlaubsrückkehrer aus Spanien wieder in Quarantäne zu schicken, auf den Kursen. Der Reiseveranstalter Tui stornierte daraufhin vorerst alle Flüge von Grossbritannien auf das spanische Festland – ein weiterer Schlag vor den Bug. Die Tui-Papiere sackten in London um fast zwölf Prozent ab. Für den Billigflieger Easyjet ging es in der Folge um knapp acht und und für die British-Airways-Mutter IAG um knapp sechs Prozent bergab.

Ausserdem hat der Billigflieger Ryanair im laufenden Geschäftsjahr insgesamt nur 60 Millionen Passagiere statt der bisher in Aussicht gestellten 80 Millionen befördert. Die Papiere der irischen Fluggesellschaft schlugen sich mit einem Minus von fast vier Prozent aber immerhin etwas besser als die Papiere der Konkurrenz.

Die Anteilscheine der Mediengruppe Pearson verloren im Nachgang der schon am Freitag vorgelegten Quartalszahlen nochmals sechs Prozent. Analysten wie etwa die von Goldman Sachs oder der Credit Suisse äusserten sich nun negativ zum Zahlenwerk.

Im Telekomsektor, dessen Teilindex mit fast zwei Prozent zu den grossen Verlierern zählte, gab KPN die negative Richtung vor. Die Papiere litten in Amsterdam mit drei Prozent Minus unter vorgelegten Quartalszahlen. (awp/mc/ps)

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