Europa-Schluss: Trüber Wochenstart – Zinssorgen sind zurück

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(Adobe Stock)

Paris / London – Die europäischen Aktienmärkte haben am Montag wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Nach den jüngsten Gewinnen rückte einmal mehr die Furcht in den Vordergrund, dass zu schnell steigende Zinsen Kredite verteuern und so den wirtschaftlichen Aufschwung gefährden. Zu Wochenbeginn gerieten damit vor allem konjunktursensible Branchen unter Druck. Zudem verlieren in einem Umfeld steigender Zinsen generell Aktien gegenüber festverzinslichen Wertpapieren an Attraktivität.

Der Leitindex EuroStoxx50 sackte um 1,85 Prozent auf 3732,44 Punkte ab und rutschte damit wieder in Richtung des Tiefs seit Mitte März, auf das er in der Vorwoche mit 3675 Punkten gefallen war. Der Pariser Leitindex Cac 40 verlor am Montag 1,66 Prozent auf 6425,61 Punkte. In London wurde feiertagsbedingt nicht gehandelt.

Anleger schauten am Montag bereits voraus auf das, was verschiedene Notenbanken im Wochenverlauf beschließen werden. Die Experten des Bankhauses Metzler sprachen von einer «Zentralbankwoche» mit geldpolitischen Entscheiden unter anderem in den USA und Großbritannien.

Mit Blick auf Mittwoch und die US-Notenbank Fed geht der Markt derzeit von einer Erhöhung des Leitzinses um 0,5 Prozentpunkte aus. «Doch darüber hinaus warten die Investoren auf neue Erkenntnisse über die zusätzlich anstehenden Schritte zur Bekämpfung der Inflation», kommentierten die Metzler-Experten. Weitere konjunkturelle Sorgenpunkte für die Anleger bleiben die Corona-Lockdowns in China und der anhaltende Ukraine-Krieg. Ausdruck dessen ist, dass die Industriestimmung im Euroraum im April auf ein 15-Monatstief gefallen ist. (awp/mc/pg)

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