Europa-Schluss: Börsen setzen Klettertour fort

Boerse
(Adobe Stock)

Paris / London – Europas Börsen haben am Freitag wieder deutlicher zugelegt. Allerdings hätten sich die Marktbewegungen im Verlauf dieser Woche überwiegend in einer recht bescheidenen Spanne abgespielt, was zunehmend «nach einer Phase der Konsolidierung» aussehe, kommentierte Marktanalyst Michael Hewson von CMC Markets.

Der EuroStoxx 50 gewann 1,20 Prozent auf 3924,84 Punkte, Im Wochenverlauf ging es damit für den Leitindex der Eurozone um 1,5 Prozent nach oben. Der französische Cac 40 kletterte am Freitag um 1,04 Prozent auf 6644,46 Punkte. Der britische FTSE 100 legte um 0,53 Prozent auf 7385,52 Punkte zu.

«Was zu einem länger anhaltenden Aufschwung fehlt, ist eine fundamentale Begründung, etwa ein Ausblick auf steigende Unternehmensgewinne», sagte Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka Bank. Das allerdings sehe derzeit nicht so aus. Vielmehr kristallisiere sich zunehmend heraus, «dass die Gewinnerwartungen der Analysten für 2023 noch deutlich zu optimistisch angesetzt sind».

Im Fokus standen erneut britische Energieunternehmen. Anleger reagierten den nunmehr zweiten Tag erleichtert darüber, dass es nun Klarheit zur Übergewinnsteuer für Produzenten Alternativer Energien in Grossbritannien gibt. In London legten die Papiere von Centrica , Drax und Greencoat UK Wind weiter deutlich zu. Zwar sei die Steuerquote auf durch hohe Strompreise verursachte exzessive Gewinne mit 45 Prozent höher als ursprünglich erwartet, schrieb Analyst Matthew Hose von Jefferies. Dass sie aber erst ab einem Preis von 75 Pfund je Megawattstunde greife, sei positiv.

Die einzigen Branchen an diesem Tag, die leichte Verluste erlitten, waren die Öl- und Gasbranche sowie der Technologiesektor. Die Ölpreise gaben weiter spürbar nach und auch die Gaspreise sanken.

Technologieaktien litten nicht zuletzt weiter unter den Aussagen von James Bullard, Präsident der regionalen Notenbank von St. Louis. Er hatte tags zuvor gesagt, dass die US-Leitzinsen mindestens auf 5,00 bis 5,25 Prozent erhöht werden müssten und damit die zuletzt aufgekeimten Hoffnungen auf eine weniger strikte US-Geldpolitik gedämpft. Zudem belastete eine Abstufung der SAP-Aktie um gleich zwei Stufen – von «Buy» auf «Underperform» durch das US-Analysehaus Jefferies.

Unter den Pharmaunternehmen meldete Sanofi eine Medikamentenzulassung in den USA. Dort darf ein neues Diabetes-Medikament auf den Markt kommen, das bei bestimmten Menschen mit familiärem Risiko für Typ-1-Diabetes den Ausbruch um einige Zeit hinauszögern kann. Die Papiere stiegen um 1,8 Prozent. (awp/mc/ps)

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